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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten
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Zwei Vorstösse von Nationalrätin Bea Heim unterstreichen die Bedeutung, die das Parlamentarische
Vorstösse
Parlament dem Thema Antibiotikaresistenzen beimisst. Diese Vorstösse sind
gemäss Bundesrat im Rahmen der vorliegenden Strategie aufzunehmen:
Das Postulat 14.3065 «Nutzlose Antibiotika. Resistenzbildung» beauftragt den
Bundesrat, im Rahmen seiner Antibiotikastrategie den fragwürdigen Einsatz von
Antibiotika bei viral bedingten Erkältungserscheinungen und deren Einfluss auf die
Resistenzlage zu prüfen. Die Motion 12.4052 «One Health-Ansatz für eine kohä-
rente Antibiotika-Strategie in der Human- und Veterinärmedizin» verlangt, dass der
Bundesrat die Antibiotika- und Resistenzproblematik konsequent im Sinne eines
One Health-Konzeptes angeht. Er wurde ferner beauftragt, wo notwendig die
gesetzlichen Grundlagen zu erarbeiten und klare zeitliche und messbare Hand-
lungsziele festzulegen.
Im Bereich der Veterinärmedizin hat das damalige Bundesamt für Veterinärwesen Strategiepapier des BLV (BVET) im Jahr 2012 ein amtsinternes Strategiepapier erstellt. Dieses zeigt die
grundlegenden Aktionsfelder auf, die dafür sorgen sollen, dass der Einsatz von
Antibiotika in der Veterinärmedizin die Wirksamkeit von Antibiotika in der Human-
medizin nicht beeinträchtigt. Gleichzeitig soll unter dem Aspekt des Tierwohls die
gezielte Behandlung von Tieren mit Antibiotika weiterhin möglich sein. Ziel ist es,
den Antibiotikaeinsatz in der Veterinärmedizin zu senken und die Resistenzlage im
Nutztierbereich längerfristig zu verbessern.
Die Nationale Strategie Antibiotikaresistenzen hat diverse Schnittstellen zur Tier- Tiergesundheitsstrategie
19 2010+
gesundheitsstrategie 2010+ . Die Massnahmen zur Stärkung der Tiergesundheit
tragen auch dazu bei, die Zielsetzungen der Strategie Antibiotikaresistenzen zu
erreichen. Vor allem beim Handlungsfeld Prävention gibt es ein grosses Synergie-
potential zwischen beiden Strategien.
In den «Umweltzielen Landwirtschaft»20 gehört die Antibiotikaresistenzbildung zu Umweltziele Landwirtschaft den unerwünschten Nebeneffekten, die die landwirtschaftliche Tätigkeit mit sich
bringt. Daher wurde das Umweltziel «Keine Beeinträchtigung von Umwelt und
Gesundheit durch Tierarzneimittel, deren Eintrag hauptsächlich aus der Landwirt-
schaft stammt» formuliert und damit auf die bereits bestehenden gesetzlichen
Grundlagen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen von Boden und Gewässern
hingewiesen.
1.6 Erarbeitungsprozess
Die vorliegende Strategie entstand in enger Zusammenarbeit der betroffenen Partizipativer Ansatz
Bundesämtern BAG, BLV, BLW und BAFU sowie der Schweizerischen Konferenz
der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), mit Fachgesell-
schaften, Expertengruppen, der Industrie, diversen Branchen und Verbänden. Die
Federführung lag beim BAG. Der breite und bereichsübergreifende Einbezug war
auf Grund der Komplexität der Problematik von entscheidender Bedeutung. Die
Akteure und Interessensgruppen sind früh in die Erarbeitung der Strategie
einbezogen worden. Sie werden bei der Strategieumsetzung eine wichtige Rolle
übernehmen.
Die Akteure und Interessensgruppen konnten ihre Anliegen, ihr Wissen und ihre Expertengruppen und
Workshops
Erfahrungen in diversen Expertengruppen und an drei bereichsübergreifenden
19 Tiergesundheitsstrategie 2010+: http://www.blv.admin.ch/gesundheit_tiere/03007/index.html?lang=de
20 BAFU und BLW (2008), Umwelt-Wissen Nr. 0820, S 221: Umweltziele Landwirtschaft.