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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten
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Viele Diagnostika sind heute nicht vor Ort verfügbar oder die Zeitdauer, bis ein Ergebnis vorliegt ist, zu lange oder zu teuer; Antibiotika sind vergleichsweise billig. Deswegen werden Laboruntersuchungen teilweise sehr zurückhaltend eingesetzt. Da rasch verfügbare und breit anwendbare diagnostische Tests die Prävention, den sachgemässen Einsatz und die Resistenzbekämpfung erheblich verbessern, wird in verschiedenen Ländern zurzeit nach Möglichkeiten gesucht, solche kostengünstig auf den Markt zu bringen.
Mit der Umsetzung der Massnahme setzt sich auch die Schweiz dafür ein, diagnostische Verfahren auf den Markt zu bringen, die gegenüber heute rascher und kostengünstiger eingesetzt werden können. Da die Entwicklung solcher Massnahmen oft sehr kostenintensiv ist, wird die Zusammenarbeit verschiedener Akteure gefördert. Beispielhaft kann hier die Entwicklung einer neuen diagnostischen Methode für die Identifikation von Mycobacterium tuberculosis (MTB) und die Resistenz gegen Rifampicin genannt werden, welche die Untersuchungsdauer von drei Wochen (zellkultur-basierend) auf zwei Stunden (genetische Diagnostik) reduzieren konnte. Die Methode wurde durch eine Hochschule entwickelt und im Zusammenspiel von privaten und staatlichen Akteuren zeitnah und zielgerichtet in die bestehenden Diagnostikprozesse integriert.
Die Federführung für die Umsetzung der Massnahme liegt bei der Industrie, den (Fach-)Hochschulen und den Referenzlaboratorien. Umsetzungspartner sind die Fachgesellschaften und der Bund.
3.5.4 Personen- und Warenverkehr
Personen- und Die Bedeutung des grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehrs Warenverkehr auf die Resistenzlage in der Schweiz bestimmen
Es wird untersucht, in welchem Ausmass Resistenzen importiert bzw. exportiert werden, beispielsweise durch medizinische Leistungen im Ausland, Reiseverkehr, mit Antibiotika behandelte Tiere und mit Resistenzen belastete Lebensmittel.
Gemäss dem Bundesamt für Statistik verbuchte die Schweizer Bevölkerung 2012 rund 13 Millionen Reisen mit Übernachtungen im Ausland, gleichzeitig werden rund 20 Mio. Logiernächte ausländischer Besucher ausgewiesen. Es kann davon ausgegangen werden, dass eine gewisse Anzahl Schweizer wie auch ausländischer Reisender gezwungen sind, medizinische Leistungen sowohl in der Schweiz wie auch im Ausland in Anspruch zu nehmen. Aktuell ist unklar, welche Auswirkungen dies auf eine Übertragung von Antibiotikaresistenzen haben kann.
Im Lebensmittelbereich wird rund ein Fünftel allen in der Schweiz konsumierten Fleischs importiert. Der Inlandanteil schwankt zwischen 2,3% (Fische und Krustentiere) und 97,7% (Kalbfleisch). Die Unterschiede der Resistenzbelastung bei importierten/inländisch produzierten Fleisch- und Fischwaren werden nicht systematisch erfasst, und es existieren nur punktuelle Studien. Bei grenzüberschreitendem Tierverkehr werden Zeugnisse betreffend Tiergesundheit verlangt. Es existiert jedoch keine Verpflichtung zur Dokumentation der Antibiotikabehandlung, insofern Absetzfristen eingehalten werden. Inwieweit dadurch Resistenzen importiert bzw. exportiert werden, ist nicht bekannt.
Mit der Umsetzung der Massnahme werden Studien durchgeführt, die aufzeigen, welche Bedeutung der grenzüberschreitende Personen- und Warenverkehr auf die Resistenzlage hat. Genauere Kenntnis des Ursprungs, der Einschleppung oder der Auswirkungen dieser neuen Resistenzen auf die epidemiologische Lage in der