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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten

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Obwohl sich eine Vielzahl von Studien mit der Entwicklung zur Entstehung, Übertragung, Verbreitung und Bekämpfung resistenter Bakterien sowie Diagnostik beschäftigen, gibt es kaum interdisziplinäre Ansätze. Die Koordination zwischen Forschenden im Human-, Veterinär-, und Umweltbereich ist ungenügend ausgeprägt, was sich auch darin zeigt, dass Zusammenhänge oft nicht erkannt und mögliche Synergien – etwa die Nutzung von Probematerial und Daten in verschiedenen Projekten – kaum genutzt werden.

Die mit der Umsetzung der Massnahme etablierte interdisziplinäre Plattform für Antibiotikaresistenzforschung ermöglicht einen Überblick über die laufenden Forschungsprojekte aller beteiligten Bereiche. Dies erlaubt es, Forschungslücken zu identifizieren und den Forschungsbedarf zur Erreichung der Ziele der Antibiotikastrategie zu eruieren. Darauf basierend kann ein Katalog notwendiger Forschungsprojekte erstellt werden. Diese sollen priorisiert und gezielt adressiert werden. Das Netzwerk unter den Forschenden kann gestärkt, Synergien besser genutzt werden.

Zum Forschungsbedarf gehören im Humanbereich unter anderem die Evaluierung einer Erhebung von Daten zu Krankheitskosten (Burden of disease), die Durchführung von Studien zum Verschreibungsverhalten sowie die Erfassung der Korrelation zwischen der Resistenzlage, den Verschreibungsmustern und des Burden of Disease. Forschungsgegenstand ist auch die Frage, ob und in welchem Umfang antibiotika-enthaltende Mittel, die frei und ohne Rezept erhältlich sind, relevant für die Resistenzbildung sind.

Im Veterinärbereich sind Fragen zur Entstehung, Verbreitung und Weitergabe von Resistenzen und Resistenzeigenschaften zu untersuchen. Des Weiteren stehen die Diagnostik zur Feststellung der vorliegenden Infektion, die Erforschung zur Schaffung von Alternativen zur Anwendung von Antibiotika bei Tieren und die Entwicklung von Impfstoffen und ähnlichen Produkten, die das Immunsystem von Tieren verbessern, im Zentrum. Nicht vernachlässigt werden darf auch die Evaluation von Bedingungen, die Infektionen von vornherein vermeiden (Management, Hygiene).

Im Umweltbereich muss untersucht werden, mit welchen Massnahmen die Einträge von Antibiotika und Antibiotikaresistenzen in die Gewässer reduziert oder vermieden werden können. Dies umfasst Massnahmen an der Quelle (z.B. bei Spitälern), Behandlung von Abwasserteilströmen oder auch zentrale Massnahmen bei kommunalen Abwasserreinigungsanlagen. Es ist zu prüfen, inwieweit heute bekannte Massnahmen zur Eliminierung von Antibiotika und weiteren Spurenstoffen aus dem Abwasser auch zur Elimination von Antibiotikaresistenzen geeignet sind.

Ein weiterer Aspekt der Koordination ist die Priorisierung von Forschungsansätzen und die Entwicklung und Produktion neuer Antibiotika. Auch Fragen zu möglichen finanziellen Anreizen, wirtschaftlichen Modellen und geistigem Eigentum sind zu erörtern, um eine engere Zusammenarbeit zwischen der Industrie, den Universitäten und dem Bund in Bezug auf die Entwicklung und Produktion neuer Antibiotika zu initiieren und zu beschleunigen.

Die Federführung für die Umsetzung der Massnahme liegt beim Bund. Die Umsetzungspartner sind die Forschenden an (Fach-)Hochschulen und privaten Institutionen.