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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten
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1 Einleitung
1.1 Antibiotikaresistenzen
Antibiotika sind Medikamente, die in der Human- und der Veterinärmedizin für die Was sind Antibiotika? Behandlung bakterieller Erkrankungen verwendet werden. Sie bilden eine Untergruppe der sogenannten Antiinfektiva, welche beispielsweise auch Virostatika gegen Viren, Antimykotika gegen Pilze und Anthelminthika gegen Würmer umfassen. Antibiotika töten Bakterien ab (bakterizid) oder hemmen deren Wachstum (bakteriostatisch). Ursprünglich wurden Antibiotika aus Pilzen und Bakterien gewonnen. Heute können sie auch synthetisch oder gentechnisch hergestellt werden.
Im Jahre 1928 entdeckte Alexander Fleming, dass Schimmelpilze der Gattung Welche Antibiotika gibt es? Penicillium eine keimtötende Wirkung haben. Daraus entwickelte er das Antibiotikum Penicillin. Mit Penicillin erhielt die Medizin erstmals ein wirksames Mittel zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten.
Bis Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden weitere Antibiotikaklassen entdeckt und entwickelt. Wirkstoffe, die seither entwickelt wurden, gehören diesen Antibiotikaklassen an. Kein Antibiotikum ist gegen alle Bakterien wirksam. Es gibt über 30 Wirkstoffklassen dieser Medikamente mit vielen verschiedenen Wirkstoffen (siehe nachfolgende Tabelle), die sich in ihrer chemischen Struktur und damit in ihrer Wirksamkeit gegen verschiedene Bakterien unterscheiden. Auch unterscheidet man zwischen Breit- und Schmalspektrum-Antibiotika, je nachdem gegen wie viele verschiedene Bakterientypen ein Antibiotikum Wirkung entfaltet.
Tab. 1: Antibiotikaklassen (Wirkstoffe), Einführungsjahr und Wirkungsweise
Wirkstoffklasse Jahr Wirkungsweise
(Wirkstoffe)
Carbapeneme 1985 chemisch veränderte Natur-Antibiotika, die Bakterien (z.B. Imipenem, daran hindern, eine Zellwand zu bilden, was sie zum Meropenem, Doripe- Platzen bringt nem) Fluorchinolone 1983 chemisch hergestellte Antibiotika; sie töten Bakterien, (z.B.Ofloxacin, indem sie sie daran hindern, ihr Erbmaterial zu Levofloxacin, Enro- kopieren floxacin) Glykopeptide 1958 Natur-Antibiotika, die Bakterien abtöten, indem sie die (z.B. Vancomycin) Erweiterung der Zellwand behindern Cephalosporine 1953 chemisch veränderte Natur-Antibiotika, die Bakterien (z.B. Cefazolin) daran hindern, eine Zellwand zu bilden, was sie zum Platzen bringt Makrolide 1952 Erythromycin A und strukturell ähnliche, durch (z.B. Erythromycin, chemische Abwandlung aus diesem Naturstoff Clarithromycin) hergestellte Antibiotika; sie verhindern das Bakterienwachstum, indem sie sie an der Eiweissbildung hindern (bakteriostatisch) Tetrazykline 1948 Natur-Antibiotika – heute chemisch hergestellt –, die (z.B. Doxycyclin) Bakterien an der Eiweissbildung hindern und dadurch abtöten