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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten
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Aminoglykoside 1944 Natur-Antibiotika und chemisch abgewandelte Natur-(z.B. Streptomycin) Antibiotika, die Bakterien an der Eiweissbildung hindern und dadurch abtöten
Penicilline 1943 chemisch veränderte Natur-Antibiotika, die Bakterien (z.B. Ampicillin) daran hindern, eine Zellwand zu bilden, was sie zum Platzen bringt
Sulfonamide 1936 chemisch hergestellte Antibiotika, die Bakterien an (z.B. Cotrimoxazol) der Bildung von Folsäure hindern, die sie zu ihrer Vermehrung benötigen
Antibiotikaresistenz bedeutet, dass Bakterien weniger empfindlich bis gänzlich Antibiotikaresistenz unempfindlich gegenüber Antibiotika sind. Antibiotika verlieren somit ihre Wirkung. Resistenzen können entweder durch Veränderung des bakteriellen Erbguts (Mutationen) entstehen oder durch die Aufnahme von Resistenzgenen aus anderen Bakterien erworben werden. Dieser sogenannte horizontale Gentransfer passiert dort, wo ein Austausch von genetischem Material zwischen Bakterien stattfindet, d.h. auf und zwischen Menschen, Wild-, Nutz-, und Haustieren oder in der Umwelt (Abwasser, Hofdünger usw.).
Resistenzgene enthalten die genetische Information für die Antibiotikaresistenz, so zum Beispiel für die Produktion eines Enzyms, welches das Antibiotikum inaktiviert. Sie können durch Vermehrung auf die nächste Generation weitergeben werden: es entstehen resistente Bakterienstämme.
Grundsätzlich ist die Resistenzbildung ein natürlicher Anpassungsmechanismus Antibiotika beschleunigen
die Resistenzbildung
der Bakterien. Resistente Bakterienstämme sind überall in der Umwelt zu finden. Allerdings wird die Resistenzbildung durch übermässigen und unsachgemässen Einsatz von Antibiotika beschleunigt, etwa durch die Behandlung von Viruserkrankungen mit Antibiotika oder durch eine Unterdosierung der Wirkstoffe. Insbesondere die Verabreichung von Breitspektrum-Antibiotika, wo Schmalspektrum-Antibiotika ausreichend wären, begünstigt die Selektion und die Ausbreitung von Multiresistenzen. Multiresistente Keime sind Bakterien, die gleichzeitig gegen mehrere Antibiotika oder, in sehr seltenen Fällen, sogar gegen alle Antibiotika widerstandsfähig sind.
Da bei resistenten Erregern die Standardantibiotika (Antibiotika der ersten Wahl, Standard- und
Reserveantibiotika
z.B. Penicillin) oft nicht mehr wirken, müssen nach eindeutiger Diagnose für die Behandlung andere Antibiotika eingesetzt werden. In gewissen Situationen sind auch diese nicht mehr wirksam, und es muss auf Reserveantibiotika wie beispielsweise Carbapeneme zurückgegriffen werden. Diese sollten zurückhaltend eingesetzt werden, um die Bildung neuer Resistenzen zu vermeiden. Verlieren nämlich auch diese Reserveantibiotika ihre Wirkung, wird eine Behandlung der Infektion praktisch verunmöglicht. Neu entwickelte Antibiotika werden aus diesem Grund meist als Reserveantibiotika deklariert.
Die nachfolgenden resistenten Bakterientypen sind in der Schweiz aktuell für die Relevante resistente
Bakterien
öffentliche Gesundheit besonders relevant:
Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA)
MRSA-Bakterienstämme gehören zu den bedeutendsten resistenten Erregern von Spitalinfektionen der letzten Jahrzehnte. Staphylococcus aureus Bakterien besiedeln die Haut von ca. 30 % der Menschen, ohne eine Erkrankung auszulösen. Bei Personen mit geschwächtem Gesundheitszustand oder nach schweren medizinischen Eingriffen können diese Bakterien jedoch zu schweren Infektionen führen. Die Besonderheit von MRSA-Stämmen ist, dass sie gegen die Standard-