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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten

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behandlung mit Antibiotika der ersten Wahl (Betalactam vom Typ Methicillin) und oft auch gegenüber weiteren Antibiotikaklassen resistent sind.

Multiresistente Darmbakterien

Vermehrt in den Fokus treten Darmbakterien (Enterobakterien), die eine Multiresistenz aufweisen. Dazu gehört das Bakterium Escherichia coli. E. coli kommt im menschlichen und tierischen Darm vor. Es existieren zahlreiche unterschiedliche Stämme, von denen die meisten keine Krankheiten auslösen. Gewisse Stämme sind jedoch pathogen und gehören zu den häufigsten Verursachern bakterieller Infektionskrankheiten sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Pathogene E. coli können unter anderem Durchfallerkrankungen, Harnwegsentzündungen, Hirnhautentzündungen, Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen verursachen.

Gegen Darmbakterien mit sogenannter Extended-Spektrum Betalaktamase Resistenz (ESBL) gibt es nur noch einige wenige Reserveantibiotika, die eingesetzt werden können (z.B. Carbapeneme). Allerdings werden zunehmend Darmbakterien beobachtet, die bereits Carbapenem-resistent sind, v.a. in Ländern des indischen Subkontinentes. Von dort gelangen diese multiresistenten Keime auch nach Europa und in die Schweiz. Eine Behandlung solcher Infektionen ist kaum mehr möglich.

Diese multiresistenten Darmbakterien nehmen nicht nur bei Patientinnen und Patienten im Spital, sondern auch in Langzeit-Pflegeeinrichtungen und in der gesunden Bevölkerung zu. So werden mehr und mehr auch gesunde Trägerinnen und Träger von multiresistenten Darmbakterien beobachtet, die diese weiterverbreiten können.

Tab. 2: Weitere medizinisch relevante Bakterienarten mit Resistenzbildung

Bakterienart typische Erkrankungen Resistenzen gegen

Klebsiella Lungenentzündung, Blutinfek- Cephalosporine 3. Gen.

pneumoniae tionen, Harnweginfektionen

Carbapeneme

Streptococcus Lungenentzündung, Meningitis, Penicillin

pneumoniae Mittelohrentzündung

Nontyphoidale Lebensmittelbedingte Durch- Fluorchinolone

Salmonellen fallerkrankung, Blutinfektionen

Shigella Arten Durchfallerkrankung Fluorchinolone

Neisseria Tripper (Gonorrhoe) Cephalosporine 3. Gen.

gonorrhoea

Bakterien, ob resistent oder nicht, sind überall anzutreffen. So befinden sich bei- Verbreitung resistenter

Bakterien

spielsweise auf der Haut oder im Darm gesunder Menschen und Tiere natürlicherweise sehr viele Bakterien, ohne dass der Träger erkrankt. Über verschiedene Wege kann es zu einem Austausch von Bakterien zwischen verschiedenen Trägern kommen; problematisch ist insbesondere die Verbreitung resistenter Bakterien.

Die Übertragung resistenter Bakterien erfolgt zwischen Menschen (gesunde Träger oder Patientinnen und Patienten) vorwiegend über die Hände (z.B. ausgehend von Stuhl oder infizierten Wunden). Im Kontakt mit Tieren können resistente Keime ebenfalls zwischen Mensch und Tier ausgetauscht werden. In der Umwelt sind