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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten

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Übertragungen auf pflanzliche Lebensmittel wie Früchte und Gemüse möglich (z.B. durch kontaminiertes Wasser). Zudem ist es möglich, dass während der Schlachtung von Tieren resistente Bakterien auf das rohe Fleisch gelangen.

Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien können eine grosse Gefahr und Warum sind

Antibiotikaresistenzen ein

Last für Patientinnen und Patienten sowie für Tiere bedeuten. Sie sind schwierig Problem? oder in seltenen Fällen gar nicht zu behandeln. Vor allem in Spitälern oder Pflegeeinrichtungen können bei bereits geschwächten Personen resistente Krankheitserreger zu Infektionen mit schweren Verläufen führen. Es müssen Reserveantibiotika eingesetzt oder Ersatzbehandlungen gewählt werden. Ersatzbehandlungen sind oft belastender für die Patientin bzw. den Patienten, sie dauern länger und verursachen hohe Kosten.

1.2 Aktuelle Resistenzlage und Auswirkungen

Antibiotikaresistenzen bedrohen als globales Problem die öffentliche Gesundheit Global und die Errungenschaften der modernen Medizin. Pro Jahr verursachen Infektionen mit antibiotikaresistenten Erregern schätzungsweise 25‘000 Todesfälle in Europa1 und 23‘000 Todesfälle in den Vereinigten Staaten2. Alle fünf Minuten erliegt in Südostasien ein Kind einer Infektion, die durch resistente Bakterien verursacht worden ist3. Die gesamthaften direkten und indirekten gesellschaftlichen Kosten werden in der EU auf 1.5 Milliarden € pro Jahr1, in den USA auf 35 Milliarden $2 beziffert.

Die internationale Überwachung von Antibiotikaresistenzen ist unvollständig und die Datenlage uneinheitlich. Von Land zu Land sind die Überwachungssysteme unterschiedlich entwickelt und ausgestaltet. Es bestehen Lücken hinsichtlich Informationen zu relevanten Erregern und es fehlen Standards für eine harmonisierte Untersuchungsmethodik, für den Datenaustausch und für die Koordination. Ebenfalls lückenhaft sind die Überwachung und der Datenaustausch in Bezug auf Antibiotikaresistenzen bei Tieren für die Lebensmittelerzeugung sowie in der Nahrungsmittelkette.

Trotz der lückenhaften Überwachung werden grundsätzlich in allen Weltregionen alarmierende Resistenzraten beobachtet. So sind beispielsweise 25 % der Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) auf der ganzen Welt resistent gegen Penicillin. E. coli weist in fünf von sechs WHO-Regionen 50 % Resistenzen sowohl gegen Cephalosporine der dritten Generation als auch gegen Fluorchinolone auf. Gegen Tripper (Gonorrhoe) wirkt heute kein Standardantibiotikum mehr, 25 % von Neisseria gonorrhoea sind in drei von sechs WHO-Regionen auch gegen Cephalosporine der dritten Generation resistent. Der WHO zufolge werden Tripper, aber auch viele andere Infektionen, zukünftig nicht mehr behandelbare sein.

Für Resistenzen von pathogenen Erregern bei Tieren fehlen entsprechende weltweite Daten. Obwohl ein Therapieversagen aufgrund von Resistenzen in der Tiermedizin ein weniger grosses Problem zu sein scheint, zeigen einzelne Studien4, dass auch bei Tieren zum Teil vermehrt mit multiresistenten Bakterien gerechnet werden muss.

1 http://ec.europa.eu/health/antimicrobial_resistance/policy/index_en.htm

2 CDC Report (2013): Antibiotic resistance threats in the United States

3 Graduate Institute Geneva (GRI, 2014): Anti-Microbial Resistance – An Urgent Global Concern.

4 van Duijkeren, E., et al. (2011): Review on methicillin-resistant Staphylococcus pseudintermedius.