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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 43 Seiten
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grundlegender gesellschaftlicher Anliegen dient. Dies trägt ebenso zu einer stärkeren sozialen Kohäsion bei wie der Umstand, dass sich zahlreiche Sportvereine im Kinder- und Jugendbereich mit grossem Aufwand engagieren. Nebst spezifischen Sportfertigkeiten vermitteln sie auch gesellschaftliche Werte und Normen wie Fairplay, Toleranz, Zusammenarbeit, Leistungsbereitschaft, Wettkampfgeist, Disziplin sowie Umgang mit Siegen und Niederlagen. Der Sportverein nimmt so wichtige Sozialisationsaufgaben wahr.
Im Rahmen ihrer Integrationsfunktion erbringen die Sportvereine unterschiedliche Leistungen. So ist etwa die Integration von Kindern und Jugendlichen ausserhalb des Familien- und Schulumfeldes zu nennen. Vereine bringen sodann verschiedene Generationen, Bildungsschichten und Nationalitäten zusammen.
Aufgrund seiner «universellen» Regeln bietet der Sport der Migrationsbevölkerung vielerlei Möglichkeiten der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Integration bleibt letztlich aber eine Aufgabe der Gesellschaft. Der Sport kann lediglich einen Beitrag leisten, jedoch fehlendes Engagement anderer gesellschaftlicher Akteure nicht substituieren. Neben den Sportvereinen leisten auch offene Angebote des Gemeinwesens oder privater Anbieter konkrete Beiträge zur Integration verschiedener Bevölkerungsschichten.
2.4 Volkswirtschaft und Tourismus
Die Sportwirtschaft erzielte 2011 mit einem Gesamtumsatz von 20 Milliarden eine Bruttowertschöpfung von 10 Milliarden Franken. Innerhalb der Sportwirtschaft kommt dem Sporttourismus mit einem Wertschöpfungsbeitrag von 20% eine sehr hohe Bedeutung zu.15
Der Anteil der Sportwirtschaft am Bruttoinlandprodukt BIP ist mehr als doppelt so hoch wie jener der Landwirtschaft. Mit rund 97‘000 Arbeitsplätzen trägt die Sportwirtschaft mit einem Anteil von 2,5% zur Gesamtbeschäftigung bei. Rund 30% dieser Arbeitsplätze finden sich im Bereich des Sporttourismus. Die beschäftigungspolitische Bedeutung der Sportwirtschaft geht etwa daraus hervor, dass deren Beitrag zur Gesamtbeschäftigung höher ist als jener des Versicherungsgewerbes.
Im Jahr 2011 wurden in Sport-, Freizeit- und Tourismusanlagen rund 826 Millionen Franken investiert. Dabei zeichnete die öffentliche Hand für 52% der Investitionen verantwortlich, wobei die Gemeinden den Hauptteil beisteuerten.
Aus touristischer Sicht kommt dem Schneesport eine erhebliche Bedeutung zu. Dieser hat in der Schweiz eine grosse Tradition und wird entsprechend von breiten Bevölkerungskreisen betrieben. Gäste aus dem Inland machen einen wichtigen Anteil am Gästeaufkommen der Tourismusdestinationen aus. Das Interesse der einheimischen Bevölkerung am Schneesport ist damit von hoher Relevanz. Entsprechend hat die Förderung von Sport- und Bewegungsaktivitäten einen direkten Einfluss auf die Entwicklung des schweizerischen Tourismus.
Neuere Untersuchungen zeigen eindrücklich, dass das Interesse der Kinder und Jugendlichen am Schneesport in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Damit hängt auch zusammen, dass Schulen immer weniger Schneesportlager durchführen. Die Ursachen dieser Entwicklung sind vielfältig. Im Rahmen unterschiedlichster Massnahmen und Projekte wird versucht, dem geschilderten Trend entgegenzuwirken. Eine effektive Trendwende ist bis heute nicht ersichtlich. Vor diesem Hintergrund wurde 2014 die «Schneesportinitiative» lanciert.
Ziel dieser Initiative ist es, die Attraktivität von Skilagern für Schulen durch preisgünstige Paketangebote zu verbessern.16
15 Rütter Soceco 2014: Wirtschaftliche Bedeutung des Sports in der Schweiz 2011: Studie im Auftrag des Bundesamtes für Sport BASPO. Rüschlikon: Rütter Soceco AG.
16 Geplant ist die Entwicklung von Fördermassnahmen zugunsten des Schneesports in der Schweiz. Mögliche Projekte waren bereits im Nachhaltigkeitskonzept für die Kandidatur Olympische Winterspiele Schweiz 2022 angedacht; vgl. auch „»Schneesportinitiative - Mehr Kinder und Jugendliche im Schnee“». Bericht über zwei Workshops im Oktober 2013 und Januar 2014; eingesehen unter www.baspo.admin.ch am 17. Juli 2014.