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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 43 Seiten

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3 Entwicklungen und Tendenzen

3.1 Gesundheit

Nach einer stabilen Phase zwischen 2002 und 2007 ist der Anteil übergewichtiger Personen in der Schweiz wieder im Steigen begriffen. Gemäss den Ergebnissen der letzten Gesundheitsbefragung sind 41 Prozent der Bevölkerung übergewichtig oder adipös.25

Weiterhin steigende Kosten im Gesundheitswesen stellen Bund und Kantone vor grosse Herausforderungen. Heute sind die nichtübertragbaren Krankheiten wie Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen oder Krebs weltweit Todesursache Nummer eins. In der Schweiz verursachten sie im Jahr 2010 rund 51 Prozent der vorzeitigen Todesfälle bei den Männern und 60 Prozent bei den Frauen. Bewegungsmangel und sitzende Tätigkeiten werden als Faktoren genannt, welche die Entstehung chronischer Krankheiten begünstigen.

Bund und Kantone erarbeiten derzeit eine nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten, die das seit 2008 laufende Programm Ernährung und Bewegung NPEB ablösen soll. Diese Strategie gehört zu den gesundheitspolitischen Prioritäten des Bundesrates.26 Sport und Bewegung als präventive Elemente für einen gesunden Lebensstil und als begleitende Therapie chronischer Erkrankungen wird an Bedeutung gewinnen. Entsprechend ist eine weitere Ausdifferenzierung der Sportangebote hin zu vornehmlich gesundheitsorientiertem Sport zu erwarten, wie es etwa in Deutschland mit der Kampagne «Sport pro Gesundheit» zu beobachten ist.

3.2 Demographie

In den kommenden Jahren ist eine beschleunigte demographische Alterung der Bevölkerung zu erwarten.27 Die Zunahme der Lebenserwartung und der gegenwärtige Altersaufbau führen dazu, dass die Zahl der Personen im Ruhestandsalter ansteigt.

Entsprechend den Prognosen wird der relative Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Bevölkerung leicht sinken. Wegen des Bevölkerungswachstums bleibt die absolute Zahl der Kinder und Jugendlichen indes weitgehend konstant. Eine Verdrängung des Kinder- und Jugendsports durch den Erwachsenen- oder Seniorensport ist insoweit nicht zu erwarten.28 Da jedoch zunehmend sportlich aktive Bevölkerungsgruppen in den Ruhestand treten, dürfte die Nachfrage nach Sportangeboten für dieses Segment stark ansteigen. Dies wird zu einem weiteren Wachstum bei den Lifetime-Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Wandern führen. Gleichzeitig wird es eine weitere Ausdifferenzierung im Bereich des gesundheits- und fitnessorientierten Sports geben. Im Rahmen dieser Entwicklung wird der Sport an Bedeutung gewinnen.

Die Altersstruktur der Migrationsbevölkerung wird sich - so die Prognosen - nicht in gleichem Masse verändern wie jene der Schweizer Bevölkerung. Es liegt im Interesse des Gemeinwesens, diese Bevölkerungsgruppe bereits in jüngeren Jahren an Sport- und Bewegungsaktivitäten teilhaben zu lassen. Dazu sind gesellschaftliche Integrationsbemühungen erforderlich.

25 BFS (2013): Schweizerische Gesundheitsbefragung 2012 – Übersicht. Neuchâtel: Bundesamt für Statistik.

26 BAG (2013): Gesundheit2020: Die gesundheitspolitischen Prioritäten des Bundesrates. Eingesehen am 16.7.2014 unter www.bag.admin.ch/gesundheit2020/index.html?lang=de.

27 BFS (2010): Szenarien der Bevölkerungsentwicklung der Schweiz 2010 bis 2060. Neuchâtel: Bundesamt für Statistik.

28 Indikator 6.1 „»Radar I: demographische Entwicklung,“» Observatorium Sport und Bewegung, www.sportobs.ch.