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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 43 Seiten
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Gewicht beizumessen. Dabei ist die Unterstützung durch ausserschulische Partner eine notwendige Voraussetzung.32
Dem Sportunterricht an Berufsschulen wird auch in Zukunft eine besondere Bedeutung zukommen. Diese Lebensphase junger Menschen ist geprägt von Umbrüchen. Austritte aus Sportvereinen häufen sich und körperliche Aktivitäten verlieren an Bedeutung. Dieser Entwicklung soll auch der neue Rahmenlehrplan Berufsschulsport entgegenwirken.
Im politischen Alltag von Kantonen und Gemeinden steht diesen Forderungen und Erwartungen ein angespannter Finanzhaushalt gegenüber. In der Vergangenheit war auch der Sport regelmässig von Kürzungen im Bildungsbudget betroffen. Diese Entwicklung ist der Förderung schulischer Sportaktivitäten nicht zuträglich. Negative Auswirkungen erstrecken sich insbesondere auf den freiwilligen Sportunterricht, auf Sportlager und Sporttage, aber auch auf Angebote des freien Schulsports, die im Rahmen der Tagesbetreuung an Bedeutung gewinnen. In einzelnen Fällen ist sogar der obligatorische Schulsport vom Abbau betroffen.33
3.5 Arbeitsmarkt und Freizeit
Die Flexibilität des Arbeitsmarktes zählt zu den wichtigsten Standortvorteilen der Schweiz. Gelingt es der Schweiz, im internationalen Wettbewerb auch in Zukunft zu bestehen, werden sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Sportentwicklung nicht grundlegend verändern.
Aufgrund der älter werdenden Bevölkerung ist damit zu rechnen, dass die Erwerbsquote von heute 58% zurückgehen wird. Die Mehrheit der Erwerbstätigen und eine wachsende Zahl von Personen im Ruhestand dürften auch in Zukunft über ein Einkommen verfügen, das Konsumausgaben im Freizeitbereich ermöglicht. Daraus wird auch der Sport und die Sportwirtschaft Nutzen ziehen.34
Die Ökonomisierung des Sports wirkt sich schliesslich auch im Vereinsleben und Nachwuchsleistungssport aus. Der Trend der Umschichtung von ehrenamtlicher Arbeit hin zu Voll- und Teilzeitstellen schreitet voran. Das Fundament des Sports, die freiwillige Vereinsarbeit, verliert an Attraktivität und Stabilität. Professionalität verdrängt Milizarbeit. Dieses Phänomen wirkt sich dann befruchtend aus, wenn die professionelle Arbeit das Ehrenamt entlastet und so letztlich dazu beiträgt, dass wieder vermehrt Ehrenamtliche gefunden werden.
3.6 Raum und Umwelt
3.6.1 Bewegungsräume und Sportanlagen
Das Wachstum der Siedlungsfläche ist ungebrochen.35 Der Trend zu Natur- und Outdoorsportarten wird anhalten. Vor allem in städtischen Gebieten ist das Angebot an öffentlichen Räumen für informelle Bewegungsmöglichkeiten nur eingeschränkt vorhanden. Darüber hinaus führt die Urbanisierung zu einer Einschränkung des Bewegungsraums für ungebundenes Sporttreiben, das nicht auf Anlagen konzentriert ist. Das stellt bereits heute eine Herausforderung dar36.
32 EDK (2005): Bewegungserziehung und Bewegungsförderung in der Schule. Erklärung der EDK vom 28. Oktober 2005. Bern: EDK.
33 Umwandlung der dritten Sportstunde in eine Lagerwoche oder Abbautendenzen beim Schwimmunterricht.
34 Indikator 6.2 Radar II „»Wirtschaftlicher und politischer Kontext“». Observatorium Sport und Bewegung. www.sportobs.ch
35 BFS (2011b): BFS Aktuell: 022 Raum und Umwelt: Flächen für Freizeit, Erholung und Sport. Neuchâtel: Bundesamt für Statistik..
36 Die revidierte Jagdverordnung (JSV) verankert zum Beispiel „»Wildruhezonen“». Diese Neuerung hat weitreichende Konsequenzen für den freien Zugang und damit für den Bergsport. In einzelnen Kantonen sind Bestrebungen im Gang, die Waldgesetze so anzupassen, dass für einzelne Gruppen (Velofahrende, Orientierungslauf)