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Vernehmlassung 2015/58: Konzeptbericht Mobility Pricing · 68 Seiten
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N511-1025
Das Verkehrsaufkommen konnte durch die Einführung des ERP allgemein um 10 bis 15 Prozent verringert werden (im Vergleich zum vorherigen Mautsystem). Die durchschnittliche Geschwindigkeit erhöhte sich um rund 20 Prozent. Zudem wurden eine Zunahme von Car-Sharing und Carpooling sowie eine grosse zeitliche Verlagerung der Fahrten in die Nebenzeiten festgestellt.
Heute bestehen Pläne zu einem ERP II und es wird die Verwendung von GNSS getestet, was die bestehenden Erfassungsanlagen überflüssig und distanzabhängige Gebühren möglich machen würde90.
LSVA91
Die LSVA wird in der Schweiz seit 2001 erhoben und gilt für alle Fahrzeuge > 3,5 Tonnen, die dem Gütertransport dienen. Die Abgabe ist abhängig von den gefahrenen Kilometern, dem Gesamtgewicht sowie der Emissionsstufe (Euro 0 bis Euro 6). Im ersten Schritt wurde im Rahmen des bilateralen Landverkehrsabkommens mit der EU die Gewichtslimite im Strassengüterverkehr von 28t auf 34t angehoben und ein durchschnittlicher Abgabesatz von 1,54 Rp. pro Tonnenkilometer eingeführt. Ab dem Jahr 2005 wurde im zweiten Schritt die Gewichtslimite auf 40t und der durchschnittliche Abgabesatz auf 2,44 Rp. erhöht.
Das neue Verkehrsregime hat einen Produktivitätseffekt bewirkt. Die höhere Gewichtslimite erhöhte die durchschnittliche Nutzlast pro Fahrt und die leistungsabhängige Ausgestaltung verstärkte den Trend zur Optimierung von Logistikprozessen und zur Vermeidung von Leerfahrten. Die LSVA hat auch dazu beigetragen, dass der Wachstumstrend bezüglich Fahrzeugkilometer bei den Lastkraftwagen (LKW) gebrochen wurde. Der Wachstumstrend in Bezug auf die Nachfrage in Tonnenkilometer ist u.a. infolge der Erhöhung der Gewichtslimite weitergegangen.
Die Luftschadstoffemissionen des Strassengüterverkehrs sind im Vergleich mit der hypothetischen Entwicklung ohne LSVA ebenfalls deutlich zurückgegangen. Verantwortlich dafür sind die Verringerung der Fahrleistung und die Verbesserung der durchschnittlichen Umweltbelastung pro Fahrzeug dank der beschleunigten Erneuerung der Fahrzeugflotte.
Dank des Umstands, dass die Abgabe nicht nur auf Autobahnen, sondern auf sämtlichen Strassen zum gleichen Tarif erhoben wird, konnten unerwünschte Ausweichfahrten, wie sie als Folge der Einführung der LKW-Mauten im Ausland zu beobachten sind, weitestgehend vermieden werden.
Für die Bahn hat die Einführung der LSVA bei den leichten Gütern einen Vorteil gebracht. Andererseits konnte die Strasse durch die Anhebung der Gewichtslimite bei den schweren Gütern einen Produktivitätseffekt erzielen. Die Schiene musste in diesen Segmenten Preiserlasse gewähren, um Marktanteile zu behalten. Der Abbau der Trassenpreissubventionen im Jahr 2005 hat dazu geführt, dass sich die Rahmenbedingungen für die Schiene verschlechtert haben. Die Wettbewerbsbedingungen für die Schiene sind insgesamt aber besser als vor der Einführung der LSVA.
90 ebd.
91 Volkswirtschaftliche Auswirkungen der LSVA mit höherer Gewichtslimite, Schlussbericht, ARE, 2007.