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Vernehmlassung 2015/58: Konzeptbericht Mobility Pricing · 68 Seiten

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N511-1025

Anhang V: Beispiele von Road Pricing86

City-Maut Stockholm (Trängselskatt)

Das Stockholmer Maut-System ist ein Cordon-Modell. Auf 18 Mautstationen wird für Besitzer von Fahrzeugen mit schwedischem Kennzeichen eine Abgabe für eine Fahrt in die und/oder aus der Stockholmer Innenstadt verrechnet. Die Fahrten mit Ursprung und Ziel innerhalb der Zone sind gratis. Die Maut ist nur an Werktagen von 06:30 bis 18:29 zu entrichten. Der Preis beträgt je nach Tageszeit zwischen 10 und 20 schwedischen Kronen (10 schwedische Kronen = ca. 1,10 Franken87). Ca. 30 Prozent der Fahrzeuge (u.a. Taxis, Motorräder, ausländisch Fahrzeuge und Fahrzeuge mit alternativen Energiequellen) sind von der Bepreisung ausgenommen. Der maximale Betrag pro Tag ist auf 60 Kronen begrenzt, was faktisch der Möglichkeit zum Erwerb einer Tageskarte entspricht.

Bei der versuchsweisen Einführung im Jahr 2006 resultierte im bepreisten Zeitraum eine Verkehrsreduzierung von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Während den Spitzenstunden des täglichen Strassenverkehrs wurde zudem eine extreme Abnahme der Staus festgestellt. Im öffentlichen Nahverkehr wuchs die Anzahl der Passagiere hingegen erheblich. Dies war jedoch nur dank Kapazitätserhöhungen im öV möglich (neue Linien, mehr Busse, Frequenzerhöhungen, neue Park-and-Ride Einrichtungen).

Die Erfassung erfolgt elektronisch mittels Kameras und über Systeme der Nahbereichskommunikation, womit kein Haltvorgang nötig ist.

City-Maut London (Congestion Charge London)

Bei der Congestion Charge London handelt es sich um ein Area Licensing. Für eine Fahrt in der Mautzone ist einmalig pro Tag eine Gebühr von aktuell 11,50 Pfund88 (ca. 15,75 Franken) zu entrichten. Bei der Einführung im Jahr 2003 bis im Juli 2005 betrug die Gebühr lediglich 5 Pfund. Zahlreiche Fahrzeuge sind von der Gebühr ausgenommen. Zudem gibt es Anwohnerrabatte sowie Monats- oder Jahreskarten.

Seit der Einführung der Congestion Charge Zone im Jahr 2003 (betrachtet bis Juli 2005) wurde das Verkehrsaufkommen um ca. 18 Prozent gesenkt, die Zahl der Verkehrsstockungen ging um etwa 30 Prozent zurück, die durchschnittliche Reisezeit sank um 14 Prozent und die Durchschnittsgeschwindigkeit nahm um ca. 2 km/h zu. Zudem konnte die Beförderungsgeschwindigkeit und die Pünktlichkeit des Busverkehrs signifikant verbessert werden, wobei die staubedingten Reisezeitverluste um 60 Prozent abnahmen. Der Modal Split veränderte sich zu Gunsten des öV und des Langsamverkehrs.

Electronic Road Pricing Singapur

Singapur war weltweit das erste Land mit Road Pricing. Das Mautsystem besteht bereits seit 1975. 1998 wurde Electronic Road Pricing (ERP) eingeführt. Dabei muss jedes Fahrzeug über ein Erfassungsgerät verfügen und jede Fahrt durch eine der zahlreichen Erfassungsanlagen wird automatisch registriert und abgerechnet.

Die Gebühren variieren je nach Ort und Zeit zwischen 0,5 bis 3 Singapur Dollar (1 Singapur Dollar = ca. 0,67 Franken) für PKW und können sich alle halbe Stunde je nach Verkehrsaufkommen verändern. Für andere Fahrzeuge vervielfachen sich die Gebühren um den Faktor 0,5 für Motorräder, 1,5 für schwere Fahrzeuge und 2 für grosse Busse. Ausserdem werden die Gebühren alle 3 Monate überprüft und wenn nötig neu angepasst. Die Preise werden so angepasst, damit möglichst eine optimale Geschwindigkeit auf den Strassen resultiert (20 – 30 km/h auf Hauptverkehrsstrassen und 45 – 65 km/h auf Schnellstrassen89).

86 Wirkungen des Mobility Pricing, Nadine Roth, 2009. http://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/1871/1/Roth_Wirkungen_des_Mobility_Pricing.pdf.

87 Wechselkursangaben vom 27. Januar 2015.

88 https://www.tfl.gov.uk/modes/driving/congestion-charge.

89 http://www.lta.gov.sg/content/ltaweb/en/roads-and-motoring/managing-traffic-and-congestion/electronic-roadpricing-erp.html.