Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2023/12: Strategie der Internationalen Zusammenarbeit 2025–2028 · 69 Seiten

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Vor 30 Jahren lebten 35 Prozent der Weltbevölkerung (1,8 Mrd. Menschen) in extremer Armut. 2019 waren es noch 8,4 Prozent (648 Mio.)8. Im Zeitraum 2012–2017 stieg das Einkommen der ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung in 53 Ländern stärker an als der nationale Durchschnitt, was auf ein integratives Wachstum hindeutet9. Im Jahr 2000 gehörten 64 Staaten zur Kategorie der Länder mit niedrigem Einkommen, 2023 sind es nur noch 28.10. Die Kindersterblichkeit ist seit 1990 um den Faktor 2,5 gesunken11, und der Index der allgemeinen Grundversorgung stieg zwischen 2000 und 2019 von 45 auf 6712. Die Schweizer IZA hat aktiv zu diesen Erfolgen beigetragen.

Tansania: Vier Jahrzehnte Partnerschaft und grosse Fortschritte

Tansania hat seit der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens mit der Schweiz 1966 und der Eröffnung des Schweizer Kooperationsbüros 1981 in vielen Bereichen beachtliche Fortschritte erzielt, obwohl die Bevölkerung innerhalb von 30 Jahren von 26 auf 61,7 Millionen zunahm. Der Index für menschliche Entwicklung stieg zwischen 1990 und 2021 von einem niedrigen (0,371) auf einen mittleren Entwicklungsgrad (0,550), während die Armutsquote von 69,3 Prozent (1991) auf 44,9 Prozent (2018) zurückging. Das Pro-Kopf-BIP stieg im selben Zeitraum von 167 US-Dollar auf 1099 US-Dollar. Damit gehört Tansania gemäss Weltbank seit 2020 zur Kategorie der Länder mit mittlerem Einkommen im unteren Bereich.

Die Schweiz hat über ihre IZA in verschiedener Hinsicht zu diesen Fortschritten beigetragen. Bis Ende der 1990er-Jahre unterstützte sie zahlreiche Strassenprojekte, die zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Erschliessung ländlicher Regionen beitrugen. Seit den 2000er-Jahren leistet sie technische und finanzielle Unterstützung bei der Malariabekämpfung, was dazu beitrug, dass einige Gebiete heute als malariafrei gelten und die Zahl der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren zwischen 2005 und 2016 um mehr als 50 Prozent zurückging. Da 63 Prozent der tansanischen Bevölkerung weniger als 24 Jahre alt sind (2023), will die Schweiz die Aussichten junger Menschen auf bezahlte Arbeit verbessern, indem sie den Zugang zu Berufsbildungsangeboten sowie deren Relevanz und Qualität fördert. Durch die Koordination privater und öffentlicher Akteure will die Schweiz Angebot und Nachfrage besser aufeinander abstimmen.

1.2.2 …in den letzten Jahren gefährdet

Die Welt hat seit der Verabschiedung der Strategie 2021–24 im Jahr 2020 grosse Umwälzungen mit weitreichenden gesundheitlichen, wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen erlebt, insbesondere die Covid-19-Pandemie und den Krieg in der Ukraine. 2020 nahm die extreme Armut zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder zu13. Vielversprechende Fortschritte im Bereich der nachhaltigen Entwicklung wurden gestoppt oder rückgängig gemacht, insbesondere in den Schwerpunktregionen der IZA-Strategie. Gemäss Fortschrittsbericht zu den UNO-Nachhaltigkeitszielen (SDG)

8www.worldpoverty.io > World Data Lab 2019

9World Bank Group, Poverty and Shared Prosperity 2022

10World Bank Group, Global Economic Prospect June 2019 and June 2023

11www.who.int > Child mortality and causes of death

12www.who.int > Universal health coverage (UHC)

13 World Bank Group (2022), Poverty and Shared Prosperity 2022: Correcting Course