Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2023/12: Strategie der Internationalen Zusammenarbeit 2025–2028 · 69 Seiten

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202314 ist man bei der Umsetzung von nur 12 Prozent der Ziele auf Kurs, und bei fast einem Drittel werden seit 2015 keine Fortschritte oder sogar Rückschritte verzeichnet.

Im Jahr 2023 waren schätzungsweise 339 Millionen Menschen in 68 Ländern auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 201915. Die Zahl der Vertriebenen belief sich 2022 auf 100 Millionen Personen16. Das Risiko wächst, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten verschlechtern17. Die am wenigsten entwickelten Länder müssen infolge des Bevölkerungswachstums erhebliche Investitionen in den Bereichen Infrastruktur, Energie, Bildung und Gesundheit tätigen. Wegen dieser wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen hat sich der Anteil der von Zahlungsschwierigkeiten bedrohten oder betroffenen Länder innerhalb von sieben Jahren von 27 auf 56 erhöht18.

Der vom Menschen verursachte Klimawandel führt bereits heute weltweit zu vielen extremen Wetter- und Klimaphänomenen mit äusserst negativen Folgen wie Verluste und Schäden für Mensch und Natur19. Die Biodiversität nimmt schneller ab als je zuvor in der Menschheitsgeschichte20. Wenn keine konkreten Klimaschutz- und Entwicklungsmassnahmen getroffen werden, könnten gemäss Schätzungen der Weltbank bis 2030 zwischen 32 und 132 Millionen Menschen in extreme Armut abrutschen und bis 2050 rund 216 Millionen Menschen innerhalb des eigenen Landes vertrieben werden21.

Aufgrund der verschiedenen Krisen ist bereits ein Zehntel der Weltbevölkerung von Hunger betroffen und ein Drittel von Mangel- oder Fehlernährung, was Übergewicht und Fettleibigkeit einschliesst, wovon weltweit 40 Prozent der Erwachsenen und 20 Prozent der Kinder betroffen sind22, davon 70 Prozent in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen23. Bis 2030 könnten weltweit 700 Millionen Menschen wegen extremer Wasserknappheit zur Flucht gezwungen sein24. Der Demokratieindex 2021 verzeichnete den stärksten Rückgang seit 201025. Demokratische Rückschritte und autoritäre Tendenzen führen zu einer Aushöhlung der bürgerlichen und politischen, aber auch der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte.

Vom Abbau dieser Rechte sind vor allem Frauen und Minderheiten betroffen. Dabei würde das BIP um durchschnittlich 35 Prozent steigen, wenn alle Frauen am Arbeitsmarkt teilhaben könnten26. Frauen und Mädchen sind von den negativen Auswirkungen der globalen Herausforderungen unverhältnismässig stark betroffen. Sie haben in Krisenzeiten 14-mal geringere Überlebenschancen und ein höheres Verletzungsrisiko,

14 United Nations, General Assembly, Economic and Social Council May 2023: Progress towards the Sustainable Development Goals: Towards a Rescue Plan for People and Planet , Report of the SG (Special Edition), Advanced unedited version (to be published in July 2023)

15 OCHA, Global Humanitarian Overview 2022

16 UNHCR, mid-year trend report 2022

17 www.imf.org > world economic outlook update january 2023

18 IMF Blog: Restructuring Dept of Poorer Nations Requires More Efficient Coordination

19 www.ipcc.ch > AR6 Synthesis Report: Climate Change 2023

20 www.ipbes.ch > Global Assessment Report on Biodiversity and Ecosystem Services

21 World Bank Group (2002), Groundswell Part 2: Acting on Internal Climate Migration

22 www.who.int > obesity and overweight

23 www.sciencedirect.com > Food policies and obesity in low- and middle-income countries

24 www.sdg6data.org > Sustainable development goal 6 on water and sanitation

25 The Economist Intelligence Unit, Democracy Index Report 2022

26 FMI Blog, economic gains from gender inclusion even greater than you thought, Christine Lagarde und Jonathan D. Ostry, November 2018