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Vernehmlassung 2005/43: Weiterentwicklung der Agrarpolitik (Agrarpolitik 2011) · 370 Seiten
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Allgemeiner Teil
kraft der betrieblichen Einkommen erhalten bleibt, müsste der Strukturwandel in der Periode 2001 bis 2009 mindestens 3,2 Prozent pro Jahr betragen61.
1.7.3 Umsetzung WTO
Die Beschlüsse der Doha-Runde der WTO dürften wahrscheinlich 2013 voll wirksam werden. Unter der Annahme einer Zollreduktion gemäss der Harbinson-Formel62 nimmt der Wert der Erzeugung von 7,7 Milliarden Franken im Jahr 2009 auf 7,1 Milliarden Franken im Jahr 2013 ab. Gleichzeitig sinkt das Nettounternehmenseinkommen der Landwirtschaft um weitere 450 Millionen Franken auf rund 2 Milliarden Franken. Diese Verluste übertreffen deutlich die Verluste der Uruguay-Runde, die damals zur Hälfte mit neuen Direktzahlungen kompensiert werden konnten. Aufgrund des aktuellen Verhandlungsstands muss eher mit höheren Verlusten gerechnet werden.
Mit der vorgeschlagenen Strategie werden die voraussichtlichen Abbauverpflichtungen der WTO-Doha-Runde im Bereich Exportsubventionen und Marktsstützung weitgehend erfüllt. Dies ist sinnvoll, weil dadurch der WTO-bedingte Einkommensrückgang auf eine längere Periode verteilt werden kann. Die Zahlen in Abbildung 32 zeigen, dass sich mit dem vorgeschlagenen Anpassungsschritt im Jahr 2009 der Wert der Erzeugung und das Nettounternehmenseinkommen entscheidend jenem Niveau nähern, das sie voraussichtlich nach der Umsetzung der WTO-Verpflichtungen haben werden. Die WTO-bedingten Verluste nach 2009 werden fast ausschliesslich durch die Verpflichtung zur Reduktion des Grenzschutzes verursacht. Der Einkommensrückgang nach 2009 wird mit einem jährlichen Strukturwandel im heutigen Ausmass nicht vollständig aufgefangen werden können.
1.7.4 Kosten der Landwirtschaft
Mit der Reform der Agrarpolitik reduzieren sich die Kosten der Landwirtschaft. Der Zeitraum von 2001 bis 2009 erfasst die Auswirkungen der vorangegangenen Reformetappen und der AP 2011. Unter der Annahme, dass der Rückgang der Produzentenpreise vollständig an die Konsumenten weitergegeben wird63, resultieren für die Konsumenten Minderausgaben in der Höhe von rund 860 Millionen Franken pro Jahr. Die Summe der eingesetzten Bundesmittel nimmt um 140 Millionen Franken ab.
61 Basis ist die Teuerung gemäss der Entwicklung des Landesindex der Konsumentenpreise (LIK). Für die Jahre 2001-2004 wurden effektive Werte verwendet, für 2005 und 2006 die Schätzungen des BFS und für die Jahre 2007 bis 2009 die Werte gemäss den Vorgaben des Bundesrats im Finanzplan 2007 bis 2009 vom 4. März 2005. Die daraus resultierende durchschnittliche Teuerung von 1,1 Prozent zwischen 2001 und 2009 wurde um den Anteil der Ausgaben der Landwirte für Wohnen (15,7%) reduziert. Dies ergab eine durchschnittliche Teuerung von 0,9 Prozent zwischen 2001 und 2009.
62 Zollabbau-Formel mit der alle Zollpositionen entsprechend ihrer Höhe in drei Bänder eingeteilt werden (Band 1: Zölle >90%; Band 2: Zölle 15-90%; Band 3: Zölle <15%) und die Zölle pro Band gemäss einer Uruguay- Formel reduziert werden, wobei der Abbau in Bändern mit höheren Zöllen stärker ist (Band 1: mindestens - 45%, durchschnittlich -60%; Band 2: mindestens -35%, durchschnittlich -50%; Band 3: mindestens -25%, durchschnittlich -40%). Vgl. Ziff. 1.3.1.2.2.
63 Bisher sind die tieferen Produzentenpreise nur teilweise an die Konsumenten weitergegeben worden (Abbildung 3).