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Vernehmlassung 2005/43: Weiterentwicklung der Agrarpolitik (Agrarpolitik 2011) · 370 Seiten
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Rahmenbedingungen für Produktion und Absatz (2. Titel LwG)
nahmen sind in Zukunft so auszugestalten, dass die notwendigen Strukturanpassungen bei Produktion und Verarbeitung nicht behindert werden.
¾ Beim Grenzschutz für Käse besteht zurzeit auf Grund des bilateralen Käseab-
kommens kein Handlungsbedarf. Aus wettbewerbspolitischer Sicht ist hingegen die heutige Verteilung der Zollkontingente für die Einfuhr von Butter nach Inlandleistung nicht optimal.
¾ Die Milchkontingentierung ist möglichst bald aufzuheben. Damit sich die
Milchproduzenten und -verarbeiter an die neuen Rahmenbedingungen anpassen können, sind die Massnahmen schrittweise auf einen Milchmarkt ohne Angebotskontingentierung auszurichten und zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sind die Zulagen und Beihilfen für die Milchpreisstützung in RGVE-Beiträge für Milchproduzenten umzuwandeln.
Wertvolle Erkenntnisse konnten vor allem über das Ausmass der Kosteneinsparungen, die erforderliche Betriebs- und Bestandesgrösse für eine erfolgreiche Milchproduktion, die zu erwartendende Preisentwicklung, die Auswirkungen einer Umlagerung der finanziellen Mittel für die Milchpreisstützung in Direktzahlungen sowie das Angebotsverhalten der Produzenten gewonnen werden,:
¾ Mit einer ersten Ausdehnung der Produktion um 10 000 Kilogramm können
Betriebe bei einem mittleren Kontingent 70 000 bis 80 000 Kilogramm (Stand 2002) die Kosten im Durchschnitt um 2 bis 3 Rappen pro Kilogramm Milch senken. Erwartungsgemäss verringert sich die potenzielle Kostensenkung mit wachsendem Produktionsvolumen (abnehmender Grenznutzen). Je nach Betriebstyp kann das in der Ausdehnung der Produktion liegende Kostensenkungspotenzial ein Zusatzeinkommen von bis zu 35 000 Franken bringen.
Damit der Effekt der Kosteneinsparung nicht verloren geht, muss die Menge allerdings ohne Erwerb von Milchkontingenten ausgedehnt werden können.
Auch wenn mit dem Wachstum der Betriebe die Produktionskosten beträchtlich gesenkt werden können, genügt dies nicht, um die Schweizer Produzenten gegenüber den europäischen Nachbarn rasch wettbewerbsfähiger zu machen.
¾ Bei einem tieferen Milchpreis werden vor allem Betriebe mit ungünstigen Pro-
duktionsvoraussetzungen oder starker Verschuldung unter Druck geraten. Wer wettbewerbsmässig nicht Schritt halten kann, wird die Milchproduktion einstellen oder gar den Betrieb aufgeben. Das ermöglicht den anderen Betrieben zu wachsen. Wer weiter erfolgreich in der Milchproduktion tätig sein will, wird die Milch Verwertern verkaufen, welche Produkte mit hoher Wertschöpfung herstellen. Betriebe im Berggebiet mit ungünstigen Produktionsvoraussetzungen dürften sich in der Folge vermehrt auf die Mutterkuhhaltung und auf die Remontenaufzucht für die Talbetriebe spezialisieren. Sind die Produktionsvoraussetzungen und die Wertschöpfung aus der Milch günstig, so wird es auch in Zukunft im Berggebiet Betriebe geben, die für den Markt Milch produzieren.
¾ Die Rahmenbedingungen für die Milchproduktion und die Instrumente für die
Marktstützung beeinflussen die Betriebsgrösse, die Art der Bewirtschaftung eines Betriebes, den dazu passenden Kuhtyp und das Produktionsvolumen.
Werden weiterhin Zulagen und Beihilfen gewährt, so führt dies ohne Mengenbegrenzung zu einer Ausdehnung der Milchproduktion. Betriebe mit intensiver Milchproduktion haben gegenüber extensiv bewirtschaftenden Betrieben vor allem dann Kostenvorteile, wenn sie Kühe mit hoher Milchleistung halten. Um