Vorlage

Vernehmlassung 2005/43: Weiterentwicklung der Agrarpolitik (Agrarpolitik 2011) · 370 Seiten

Fedlex · Vorlage · Seite 142Fedlex · Vorlage

Besonderer Teil 1: Landwirtschaftsgesetz

das in diesen Kühen steckende Potenzial nutzen zu können, muss gehaltreiches (Kraft-)Futter verabreicht werden. Die Mindestfläche, bei welcher Betriebe noch ein Auskommen finden, ist vergleichsweise kleiner als bei einer Umlagerung der Mittel in Direktzahlungen, aber mit einer entsprechend intensiven Bewirtschaftung der Fläche verbunden.

¾ Auch bei einer Weiterführung der Milchkontingentierung würde der Milchpreis

in den kommenden Jahren spürbar sinken. Dies vor allem deshalb, weil mit der Umlagerung der Milchpreisstützung der direkte Stützungseffekt aufgehoben wird. Weiter kann aufgrund der bilateralen Verträge mit der EU ab Mitte 2007 Käse zollfrei in die EU exportiert und ebenso zollfrei von dort importiert werden. Der freie Zutritt zum EU- und zum Schweizer Käsemarkt wird zu einer Angleichung der Preise auf Grosshandelsstufe führen. Wenn die Schweizer Anbieter keine Marktanteile verlieren wollen, so müssen diese den Käse ebenso günstig anbieten wie jene aus der EU. Damit dies möglich ist, müssen die Verarbeiter die Milch im Vergleich zur EU auch zu konkurrenzfähigen Preisen kaufen können. Ohne entsprechende Preisstützungsmassnahmen wird sich unser Milchpreis daher dem tieferen Preisniveau der EU anpassen.

¾ Wird die Marktstützung von 2007 bis 2011 leicht abgebaut, jedoch grundsätz-

lich weitergeführt, und geht man ab 2007 von konstanten Bundesmitteln aus, so dürfte sich der Milchpreis bis im Jahr 2011 im Bereich von 60 Rappen einpendeln. Aufgrund rückläufiger Rindviehbestände je Hektare Grünland ist von einer rückläufigen Fleischproduktion auszugehen.

¾ Bei einer vollständigen Umlagerung der Milchstützung in Raufutterbeiträge für

Milchkühe würde der Milchpreis bis ins Jahr 2011 in den Bereich von 42 bis 50 Rappen sinken. Bei einem Preis von 42 Rappen würde die Produktion um ca. 3 Prozent eingeschränkt. Ein Milchkuhbeitrag in der Höhe von 700 Franken trüge jedoch zu einer Stabilisierung der Milchmenge auf dem heutigen Niveau bei. Aufgrund rückläufiger Rindviehbestände je Hektare Grünland dürfte die Fleischproduktion tendenziell zurückgehen.

¾ In einem WTO-Marktumfeld mit einer strengen Zollabbauformel würde sich der

Milchpreis bei einer vollständigen Umlagerung der Marktstützung bei 42 Rappen einpendeln, wobei auch hier die Mengenentwicklung den effektiven Preis beeinflusst. Die Modellrechnungen ergeben zusätzliche Fleischimporte

(+30%), die zu einem Preisrückgang für Fleisch von gut 20 Prozent bis im Jahr 2011 führen (Basisjahr 2001).

¾ Neben den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hängt die

Preisentwicklung für Milch stark von den Reaktionen der Konsumenten auf Preisveränderungen sowie von den Konsumpräferenzen für Schweizer Milchprodukte ab. Der Preisdruck erhöht sich, wenn von einer unelastischeren Nachfragereaktion ausgegangen wird oder wenn mit zusätzlichen Importen oder reduzierten Exporten gerechnet wird.

Schlussfolgerungen aus den Studien

In den Studien wurden auch Schlussfolgerungen für die Ausgestaltung unserer künftigen Agrarpolitik gezogen: