Vorlage
Vernehmlassung 2005/43: Weiterentwicklung der Agrarpolitik (Agrarpolitik 2011) · 370 Seiten
Fedlex · Vorlage · Seite 303Fedlex · Vorlage
Ausgangslage
Abbildung 49 Zusammensetzung der Schweizer Nahrungsmittelausgaben
Nahrungsmittelausgaben CH (2002)
31,8 Mrd. Fr.
Differenz zur EU in Mrd. Fr.
3
Gesamtdifferenz 38% von 31,8 Ö 12,1 Marktspanne
19,7 Mrd. Fr. 1 Landwirtschaft 46% von 5,8 Ö - 2,7
2 Zölle - 0,7
3 Höhere Marktspanne CH = 8.7
21
Importe
Inlandproduktion
6,3 Mrd. Fr.
5,8 Mrd. Fr.
Quellen: BLW, BFS, SBV, Eurostat, ZMP, Agreste, SNB, swissimpex
Zu den nachgelagerten Branchen der Landwirtschaft gehören meist zwei Verarbeitungsstufen, der Gross- sowie der Detailhandel. Zur ersten Stufe zählen die Käsereien, Molkereien, Metzgereien, Getreide- und Futtermühlen, Zuckerfabriken, Ölwerke, etc. Diese Unternehmen sind in den meisten Bereichen eine wesentliche Voraussetzung für die einheimische Produktion. Der passive Veredlungsverkehr im Ausland wird gemäss Zollgesetz nur bei fehlender inländischer Verarbeitungskapazität bewilligt. Ausserdem sind bei denjenigen Ausgangsprodukten, die sehr viel Wasser beinhalten und eine geringe Lagerfähigkeit haben (Milch, Kartoffeln, Zuckerrüben) die Distanzen zu den ausländischen Verarbeitungsbetrieben zu gross.
Nicht nur die landwirtschaftlichen Produzentenpreise ab Hof sind verglichen mit dem Ausland im Durchschnitt wesentlich höher, auch die Verarbeitung und der Handel weisen eine höhere Marktspanne auf. Die höheren Kosten der gesamten Nahrungsmittelproduktion haben verschiedene Gründe:
¾ Der Agrarschutz führt dazu, dass sich die Preise für einheimische Produkte auf
einem höheren Niveau bewegen und trägt dazu bei, dass die multifunktionalen Aufgaben durch die landwirtschaftliche Produktion erfüllt werden können. Die höheren Preise und die Direktzahlungen erlauben aber auch ein höheres Kostenniveau. Dieses wird sich nur unter dem Druck sinkender Preise reduzieren.
¾ Für die spezialisierten Unternehmen der ersten Verarbeitungsstufe ist der
Schweizer Markt oft zu klein, um mit den ausländischen Betrieben konkurrenzieren zu können. Da es sich meist nur um wenige Unternehmen handelt, ist der Wettbewerbsdruck klein und es besteht ein geringer Druck, die Konkurrenzfähigkeit im Gleichschritt mit der Entwicklung im Ausland zu verbessern. Die zweite Verarbeitungsstufe der Nahrungsmittelindustrie ist in der Regel stärker in dien internationalen Märkten integriert und entsprechend weniger auf den Schweizer Markt beschränkt.
¾ Das höhere Kostenumfeld verteuert auf allen Stufen die Nahrungsmittelpro-
duktion in der Schweiz. Die Preise für den Boden, die Arbeit, die Energie, die Gebäude und die Rohstoffe sind in vielen Fällen wesentlich höher als im umliegenden Ausland.