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Vernehmlassung 2005/43: Weiterentwicklung der Agrarpolitik (Agrarpolitik 2011) · 370 Seiten

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Besonderer Teil 6: Kostensenkung und Verstärkung des Wettbewerbs

¾ Wie in der Schweiz ist auch in der EU nicht zuletzt auf Grund steigender Ener-

giepreise mit einem Anstieg der Produktionskosten zu rechnen.

¾ Innerhalb der EU sind trotz offener Grenzen zwischen den Mitgliedstaaten we-

sentliche Preisunterschiede bei den Produktionsmitteln und -faktoren festzustellen. Der bei offenen Grenzen zur EU angenommene "Schweizer Bonus"

(Abschöpfung des höheren Preisniveaus) für landwirtschaftliche Produkte könnte auch für die Vorleistungen gelten.

7.1.3 Preisinsel Schweiz bei Nahrungsmitteln

Die Vergleiche mit der Kostensituation im Ausland zeigen, dass die Schweiz generell eine "Kosteninsel" ist. Nach einer Faustregel sind bei den Ausgaben für Nahrungsmittel inländischer Herkunft die Mehrkosten des gesamten Nahrungsmittelsektors zu je einem Drittel auf die höheren landwirtschaftlichen Produzentenpreise und auf die höheren Verarbeitungskosten und auf die grösseren Margen der Verteilung in den nachgelagerten Branchen zurückzuführen.

Abbildung 49 zeigt eine Schätzung der Aufteilung der Nahrungsmittelausgaben. Von den Verbrauchsausgaben für Nahrungsmittel wurden die alkoholischen Getränke ausgenommen und bei der Ausser-Haus-Verpflegung nur die Warenkosten der Restaurationsbetriebe berücksichtigt. In diesen gesamten Nahrungsmittelausgaben von 31,8 Milliarden Franken machen der Wert der Inlandproduktion knapp 6 Milliarden und der Wert der importierten Lebensmittel gut 6 Milliarden Franken aus. Subtrahiert man diese beiden Werte vom Total so ergibt sich eine Marktspanne der Nahrungsmittelbranche von nicht ganz 20 Milliarden Franken. Gemäss einem Preisvergleich eines Standardwarenkorbes sind die Nahrungsmittel in der EU 38 Prozent billiger als in der Schweiz. Ausgehend vom Total von 31,8 Milliarden Franken beträgt die Preisdifferenz somit gut 12 Milliarden Franken. Die landwirtschaftlichen Produkte eines Standardwarenkorbs sind in der EU durchschnittlich 46 Prozent billiger als die Schweizer Produkte. Somit beträgt der Anteil der Inlandproduktion an dieser Differenz 2,7 Milliarden Franken. Davon entfällt knapp die Hälfte auf teurere Vorleistungen, Abschreibungen und Angestelltenlöhne. Die übrigen Mehrkosten entstehen in der Landwirtschaft selber.

Die importierten Lebensmitteln werden um die Zollabgaben auf Lebensmitteln von 700 Millionen Franken verteuert. Subtrahiert man diese beiden Differenzen von 12,1 Milliarden, verbleibt im Vergleich zur EU eine um knapp 9 Milliarden höhere Marge der nachgelagerten Branchen.