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Vernehmlassung 2005/43: Weiterentwicklung der Agrarpolitik (Agrarpolitik 2011) · 370 Seiten

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Allgemeiner Teil

sich von anstrengender körperlicher Arbeit hin zu geistig anspruchsvollen Tätigkeiten insbesondere beim Beobachten der Tiere, aber auch am PC.

Gegenüber dem Fischgrätenmelkstand reduziert sich mit einem Melkroboter die Melkzeit für eine Herde mit 50 Kühen im Durchschnitt um rund ein Drittel56. Zudem nimmt die körperliche Belastung stark ab. Der Preis dafür sind wesentlich höhere Investitionen und damit ein grösseres Unternehmensrisiko. Ausserdem ist wegen dem Betrieb fast rund um die Uhr von einer grösseren psychischen Belastungskomponente auszugehen. Wirtschaftlich lohnt sich der Melkroboter erst bei einem Milchkontingent von rund 500 000 Kilogramm pro Jahr. Damit diese Milchmenge von einem Melkstand gemolken werden kann, sind hohe Milchleistungen pro Kuh erforderlich.

Abbildung 27 Arbeitszeitbedarf und Massenumschlag für Milchvieh

14090

120 Melken Restarbeit Füttern Misten Masse/Kuh

75 100

60

80 45 60 4030

2015

00

Eimermelkanlage Rohrmelkanlage Melkstand Melkroboter

Kurzstand 15 Kühe Kurzstand 20 Kühe Boxenlaufstall 50 Kühe Boxenlaufstall 50 Kühe Eimermelkanlage Rohrmelkanlage Fischgeräte- AMS, Einboxenanlage,

2 Melkeinheiten 3 Melkeinheiten Melkstand 2 x 5 Frontmähw erk

Motormäher, Ladew agen Frontmähw erk Frontmähw erk Ladew agen

120 Weidetage Ladew agen Ladew agen 180 Weidetage

Portionenfütterung 180 Weidetage 180 Weidetage Futtermischw agen

Futterrüsten und Futtermischw agen Futtermischw agen

Futtervorlage von Hand Greiferkrananlage

Masse je Kuh: Masse je Kuh: Masse je Kuh: Masse je Kuh:

Melken 51,9 t Melken 5 t Melken 1,8 t Melken 0,04 t

Füttern 19,6 t Füttern 15 t Füttern 5,6 t Füttern 6 t

Misten 1,0 t Misten 0,3 t Misten 0,4 t Misten 0,4 t

Quelle: Agroscope FAT Tänikon

Zum organisatorisch-institutionellen Fortschritt gehört die höhere Auslastung der Maschinen und Geräte insbesondere durch eine stärkere überbetriebliche Zusammenarbeit. Sie senkt vor allem die Abschreibungskosten pro produzierte Einheit. Von 1990 bis 2003 nahmen die Kosten für Maschinenmiete und Lohnarbeit deutlich zu und die eigenen Kosten für Maschinen und Geräte ab (vgl. Ziff. 1.2.1.1.2). Überbetriebliche Zusammenarbeit und Lohnarbeit erlauben den wirtschaftlichen Einsatz sehr leistungsfähiger und teurer Maschinen, ohne dass notwendigerweise Betriebe aufgegeben und zusammengelegt werden müssen. Hindernisse sind dabei die höheren Anforderungen an die Logistik und Selbstorganisation sowie vor allem das Bedürfnis der Bauern nach Unabhängigkeit.

56 Schick, M. (2000): Arbeitszeitbedarf verschiedener Melkverfahren. FAT-Berichte Nr. 544, Agroscope FAT Tänikon.