Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/22: Nationales Programm Tabak 2008-2012 (NPT 2008-2012) · 9 Seiten

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Eine wichtige Rolle in der Tabakprävention spielen zudem die Nicht-Regierungsorganisationen (NGO), Fachverbände und Private, etwa bei der Suchtberatung und -therapie, der Forschung, der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Lancierung von politischen Vorstössen.

Erfolge in der Tabakprä- Die Tabakprävention in der Schweiz hat in den letzten Jahren einige Erfolge ervention seit 2001 zielt. Der Anteil Rauchender unter den 14- bis 65-Jährigen konnte 2001-2006 um

ca. einen Achtel, derjenige der 14- bis 19-Jährigen sogar um ca. einen Fünftel reduziert werden. Bis 2005 gelang es, unter den Rauchenden die Aufhörbereitschaft merklich zu steigern. Darüber hinaus konnte in der öffentlichen Meinung ein für die öffentliche Gesundheit wichtiger Paradigmenwechsel eingeleitet werden: Rauchen wird immer weniger als fester Bestandteil des Gesellschaftslebens begriffen bzw. Nichtrauchen wird immer stärker zur sozialen Norm. Dies ist eine wichtige Voraussetzung insbesondere zur Eindämmung des Passivrauchens.

Massgebliche Eine Vielzahl von tabakpräventiven Vorkehrungen hat zu diesen Erfolgen beige-Erfolgsfaktoren tragen. Mit massenmedialen Kampagnen (z.B. „Rauchen schadet…“ oder „BRA-

VO“) konnte die Öffentlichkeit wirksam informiert werden. Spezielle Zielgruppen wurden mit nationalen Kooperationsprojekten wie „arbeitsplatz.rauchfrei“, „Sport rauchfrei“, „Rauchen schadet – Let it be“ und „Experiment Nichtrauchen“ erfolgreich sensibilisiert. Der Bund hat mit gesetzgeberischen Massnahmen – wie der Erhöhung der Tabaksteuer, der Verstärkung der Warnhinweise und der Schaffung des Tabakpräventionsfonds – die strukturellen Voraussetzungen für die Tabakprävention verbessert. Gleichzeitig haben etliche Kantone ihre Bemühungen zum Schutz vor dem Passivrauchen sowie zur Einschränkung der Tabakwerbung und der Erhältlichkeit von Tabakprodukten (Jugendschutz) verstärkt. Flankiert wurden diese regulatorischen Massnahmen durch eine Vielzahl von Initiativen, Projekten, Angeboten und Forschungsarbeiten, die von verschiedenen Akteuren auf nationaler, kantonaler oder regional-lokaler Ebene erbracht werden.

Tabakprävention im inter- Trotz der erzielten Erfolge bewegt sich die Schweiz bezüglich Tabakprävention im nationalen Vergleich europäischen Vergleich im hinteren Mittelfeld (Rang 18 von 30). Eine aktuelle

Vergleichsstudie sieht ihre Lücken insbesondere bei der geringen Steuerlast auf Tabakprodukten, den unzureichenden Vorschriften für den Schutz vor Passivrauchen sowie bei der ungenügenden Regulierung der Tabakwerbung. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie die WHO bestätigen den Aufholbedarf der Schweiz in der Präventionsarbeit in ihrem neuesten Bericht zum schweizerischen Gesundheitssystem.

Präventionsbemühungen Die internationale Staatengemeinschaft nimmt sich vermehrt der Tabakproblemaauf internationaler Ebene tik an, indem sie höhere Standards setzt und die Staaten zu grösserem Engage-

ment in der Tabakprävention aufruft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mit ihrer Tabakkonvention (Framework Convention on Tobacco Control, FCTC) der Tabakprävention vielerorts zu neuer Dynamik verholfen. Auch die Europäische Gemeinschaft hat ihre diesbezüglichen Anstrengungen verstärkt.

NPT 2008 – 2012 Kurzfassung