Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/22: Nationales Programm Tabak 2008-2012 (NPT 2008-2012) · 9 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 6Fedlex · Erläuternder Bericht
Aktuelle Geschäfte im Zum Zeitpunkt der Schlussredaktion des NPT 2008-2012 (Anfang 2008) sind in Bereich Tabakprävention der Schweiz verschiedene politische Geschäfte zur weiteren Eindämmung des
Tabakkonsums hängig:
Im Rahmen eines von der Schweiz angestrebten Gesundheitsabkommens mit der Europäischen Union steht der Schweiz eine weitgehende Übernahme des EG-Rechtsbestandes („Acquis communautaire“) bevor. Die dadurch bedingten Gesetzesanpassungen sowie die Schaffung eines entsprechenden Tabakproduktegesetzes sind bei den zuständigen Stellen in Prüfung.
Die Schweiz hat am 25. Juni 2004 die WHO-Tabakkonvention unterzeichnet und die Ratifizierung dieses wichtigsten internationalen Vertragswerks ist in Planung.
Die nationalrätliche Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit
(SGK-N) hat 2007 den eidgenössischen Räten ein neues Gesetz zum landesweiten Schutz vor Passivrauchen unterbreitet. Die Gesetzesvorlage ist zurzeit (Anfang 2008) in parlamentarischer Bearbeitung.
In verschiedenen Kantonen sind weitere Vorstösse bzw. Gesetzesvorlagen zum Thema Passivrauchen, Tabakwerbung und Verkaufseinschränkungen für Tabakprodukte in Bearbeitung.
2. Herausforderungen, Mission und Oberziele für das NPT 2008-2012
Herausforderungen der Die Tabakprävention in der Schweiz sieht sich in den nächsten Jahren mit folgen-Tabakprävention den zentralen Herausforderungen konfrontiert:
Die Gefährlichkeit der Tabakprodukte für die eigene Gesundheit und diejenige anderer (Passivrauchen) wird von einem Teil der Bevölkerung und der Entscheidungstragenden immer noch unterschätzt.
Die hohe Verfügbarkeit und Sichtbarkeit von Tabakprodukten begünstigen nach wie vor den Tabakkonsum und die soziale Akzeptanz des Rauchens.
Über die Hälfte der Rauchenden wollen mit dem Rauchen aufhören. Viele können aber wegen des hohen Suchtpotenzials von Tabak ihre Absicht nicht in die Tat umsetzen.
Der Tabakkonsum trägt wesentlich zur Krankheitslast bei und verursacht somit hohe volkswirtschaftliche Kosten. Entsprechend hoch ist das Potenzial für die Schadensreduktion.
Tabakprodukte sind trotz ihres hohen toxikologischen Potenzials und ihrer gesundheitsschädigenden Wirkung nach wie vor unzureichend reguliert.
Raucherinnen und Raucher gefährden nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch diejenige anderer Personen (Passivrauchen). Der Tabakkonsum ist deshalb nicht einfach Privatsache, sondern er stellt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar.
Mission der Das NPT 2008-2012 formuliert für die Tabakprävention der nächsten Jahre eine Tabakprävention zentrale Mission und drei davon abgeleitete Oberziele. Die aus der Optik der öf-
fentlichen Gesundheit für den Tabakbereich geltende Mission lautet:
„Die tabakbedingten Todes- und Krankheitsfälle in der Schweiz sind reduziert.“
6 NPT 2008 – 2012 Kurzfassung