Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/22: Nationales Programm Tabak 2008-2012 (NPT 2008-2012) · 9 Seiten

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1. Ausgangslage

Entstehung und Inhalt Das vorliegende Nationale Programm Tabak 2008-2012 (NPT 2008-2012) verdes NPT 2008-2012 steht sich als Nachfolgeprogramm des ersten umfassenden Nationalen Pro-

gramms zur Tabakprävention 2001-2008. Unter Berücksichtigung der 2006 durchgeführten Evaluation beschreibt das vorliegende Programm die aktuellen Herausforderungen und definiert die Mission, die Ziele sowie die strategischen Stossrichtungen der Tabakprävention bis ins Jahr 2012.

Tabak – ein weltweites Mit über 1 Milliarde Raucherinnen und Rauchern gehört der Tabakkonsum welt-Problem für Public Health weit gesehen zu den grössten Problemen der öffentlichen Gesundheit und er trägt

wesentlich zur globalen Krankheitslast (Burden of Disease) bei. Auch in Europa stellt der Tabakkonsum mit einem Anteil von rund 12% nach Bluthochdruck den zweitwichtigsten Faktor für verlorene Lebensjahre dar und rangiert damit noch vor dem Alkohol (10%) oder dem Übergewicht (8%).

Tabakkonsum und seine In der Schweiz rauchen 29% der Wohnbevölkerung zwischen 14 und 65 Jahren, Folgen in der Schweiz 21% täglich und 8% gelegentlich. Der Anteil der Rauchenden beträgt bei den

Männern 32%, bei Frauen 26%, und der durchschnittliche Tageskonsum liegt bei 15 Zigaretten. Bereits unter den 14- bis 19-Jährigen raucht ein Viertel der Bevölkerung (14% täglich, Männer und Frauen etwa gleich häufig), unter den 20- bis 24-Jährigen ist der Anteil Rauchender am höchsten.

Der Tabakkonsum sorgt auch in der Schweiz für eine grosse Krankheitslast, indem er nachweislich verschiedene Krebsformen, Herzkreislaufkrankheiten oder auch Hirnschläge begünstigt. Jährlich sterben in der Schweiz rund 8'300 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Zudem sind etwa 16’000 der jährlich in der Schweiz gemeldeten Invaliditätsfälle auf das Rauchen zurückzuführen.

Passivrauchen Das unfreiwillige Einatmen von Tabakrauch stellt aufgrund der nachweislich

schädlichen Wirkung eine zusätzliche Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Über ein Viertel der 14- bis 65-jährigen Bevölkerung in der Schweiz ist während mindestens sieben Stunden pro Woche dem Tabakrauch und dessen gesundheitsschädigender Wirkung ausgesetzt. Immer mehr Leute fühlen sich dadurch belästigt und vielerorts wächst der Druck bzw. die Akzeptanz für Massnahmen zum Schutz vor dem ungewollten Mitrauchen.

Volkswirtschaftliche Der Tabakkonsum belastet die schweizerische Volkswirtschaft mit Kosten von Kosten rund 10 Mia. Franken pro Jahr, davon werden 1,2 Mia. für medizinische Behand-

lungen, 3,8 Mia. für Arbeitsausfall, Invaliditätskosten etc. verwendet. Der Verlust an Lebensqualität wird auf 5 Mia. Franken geschätzt. Die Einnahmen auf der Tabaksteuer zur Finanzierung der AHV betragen jährlich knapp über 2 Mia. Franken.

Akteure in der Tabakprä- Die Tabakprävention wird in der Schweiz von einer Vielzahl von Akteuren betrievention der Schweiz ben und weiterentwickelt. Während sich der Bund insbesondere mit den Produkt-

vorschriften, der Tabakbesteuerung, dem Arbeitsschutz, der Verwaltung des Tabakpräventionsfonds, der Durchführung nationaler Kampagnen und der nationalen Koordination der Tabakprävention befasst, liegen wesentliche Aufgabenbereiche der Verhaltens- und Verhältnisprävention in den Händen der Kantone.

4 NPT 2008 – 2012 Kurzfassung