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Vernehmlassung 2007/76: Nationales Programm Alkohol 2008 - 2012 (NPA) · 64 Seiten
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1 Der Alkoholkonsum und seine Folgen
1.1 Alkoholkonsum in der Schweiz
Alkohol – Teil In der Schweiz geniesst Alkohol einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und des Gesellschaftslebens wird weitgehend als gewöhnliches Konsumgut betrachtet. Alkohol gehört für die
grosse Mehrheit der Bevölkerung zum Alltag. Alkoholische Getränke werden aus vielen Gründen geschätzt: als Teil der Essens- und Trinkkultur, als Mittel der Entspannung, aber auch als Teil des sozialen Austauschs und als Zeichen für eine Auszeit von den täglichen Verpflichtungen.
Weit verbreiteter Die grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung hat einen unproblematischen risikoarmer Konsum und risikoarmen Umgang mit alkoholischen Getränken. 23% der über 15-Jährigen
trinken überhaupt keinen Alkohol. Seit Anfang der 90er-Jahre wird ein wachsender Anteil abstinent lebender Personen beobachtet (SFA 1992, 1997, 2002). Von den Alkohol konsumierenden Personen haben rund 80% keine namhaften Probleme im Umgang mit Alkohol und pflegen einen risikoarmen Konsum (GMEL et al. 2003). Seit Jahren geht in der Schweiz der Pro-Kopf-Verbrauch alkoholischer Getränke zurück. Ebenso hat die Zahl der täglich ein- oder mehrmals Alkohol Konsumierenden in den letzten Jahren merklich abgenommen (SFA 1992, 1997,
2002).
1 Million Menschen mit Rund eine Million Menschen in der Schweiz konsumieren jedoch Alkohol auf eine schädlichem Konsum Art und Weise, mit der sie sich gesundheitlich schaden könnten (WICKI et al.
2005). So trinken ca. 11% der Bevölkerung rund die Hälfte des gesamten Alkohols (SFA 2004). Die Schweiz bewegt sich mit einem jährlichen Pro-Kopf-
Verbrauch im europäischen Vergleich etwa im Mittelfeld.
Der Durchschnittskonsum eines Landes alleine ist für die Abschätzung der realen Alkoholprobleme nur beschränkt aussagekräftig - er muss stets zusammen mit der Verbreitung der einzelnen Konsummuster (Kap. 1.2) gesehen werden.
Trinkhäufigkeit Das Trinkverhalten ist je nach Geschlecht, Alter, Sprachregion oder Herkunft un-
terschiedlich. Männer konsumieren häufiger alkoholische Getränke als Frauen, wobei der Frauenanteil am Gesamtkonsum steigt (ANNAHEIM et al. 2004). Die 45- bis 54-Jährigen trinken im Vergleich mit den anderen Altersgruppen am häufigsten (SFA 1992, 1997, 2002). Mit zunehmendem Alter erhöht sich auch die Zahl der ein- oder sogar mehrmals täglich Alkohol trinkenden Personen (SFA 2004/06).
Punkto Konsumhäufigkeit figuriert die italienische vor der französischen Schweiz, gefolgt von der Deutschschweiz, dies sowohl beim Wein als auch beim Bier (SFA 1992, 1997, 2002).
Alkohol und Migration Bei Personen mit Migrationshintergrund ist der Konsum von Alkohol in gewissen
Gruppen erhöht, bei anderen deutlich tiefer im Vergleich mit der Schweizerischen Bevölkerung. Dabei hängen die Unterschiede von Geschlecht, Nationalität, Alter, sozioökonomischer Lage sowie von weiteren Faktoren ab.
NPA 2008 – 2012