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Vernehmlassung 2007/76: Nationales Programm Alkohol 2008 - 2012 (NPA) · 64 Seiten

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Alkoholkonsum von Eine besondere Problematik stellt in der Schweiz der hohe Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen Kindern und Jugendlichen dar. Im Jugendalter reagieren Körper und Psyche er-

wiesenermassen stärker auf psychoaktive Substanzen wie Alkohol. Je früher mit dessen Konsum begonnen wird, desto höher ist nachweislich das individuelle Risiko, problematische Konsummuster zu entwickeln.

Der Verkauf von Bier und Wein an die unter 16-Jährigen und von Spirituosen und Alcopops (süsse Mischgetränke) an die unter 18-Jährigen ist zwar landesweit verboten. Trotzdem konsumierten im Jahr 2006 rund ein Viertel der Schüler und über ein Sechstel der Schülerinnen bereits im Alter von 15 Jahren allwöchentlich Alkohol (SCHMID et al. 2007). Der geschlechterspezifische Unterschied beim Alkoholkonsum Jugendlicher ist immer noch recht gross, er hat sich aber über die letzten 20 Jahre verringert. Anlass zu Besorgnis bereitet vor allem das bereits unter Jugendlichen praktizierte Rauschtrinken (vgl. Kap. 1.3.1).

Bier ist aufgrund des günstigen Preises bei Jugendlichen das beliebteste alkoholische Getränk, gefolgt von den Alcopops. Deren Konsum ist – nach anfänglich grosser Beliebtheit unter Jugendlichen – dank dem neuen Sondersteuersatz und entsprechenden Preiserhöhungen ab 2004 merklich zurückgegangen. Obschon der Alkoholkonsum von Jugendlichen unter 16 Jahren in den Jahren 2002 bis 2004 etwas abgenommen hat, bleibt Alkohol für Jugendliche suchtpolitisch die Problemsubstanz “Nummer eins“ (SCHMID et al. 2007).

Alkoholkonsum im Alter Von zunehmender Bedeutung ist aufgrund der demographischen Entwicklung der

Alkoholkonsum im Alter. In den Altersgruppen der über 54-Jährigen gibt es insbesondere eine bedenkliche Häufung von chronischem Konsum (vgl. Kap. 1.3.2)

und situationsunangepasstem Trinkverhalten (vgl. Kap. 1.3.3). Alters- und Pflegefachleute warnen vor der Tabuisierung oder gar Romantisierung des Themas „Alkohol im Alter“ und fordern die Integration von Alkoholfragen in umfassendere „Mental-Health-Konzepte“.

1.2 Konsummuster im Überblick

Konsummuster Im Blickpunkt der Gesundheitspolitik stehen nicht nur der hohe durchschnittliche im Fokus Pro-Kopf-Konsum oder die ungünstige Verteilung des Alkoholkonsums auf ein-

zelne Bevölkerungsgruppen. Als viel entscheidender gilt heute eine differenzierte Betrachtung der gängigen Konsummuster und ihrer Variabilität.

Begriffliches In Anlehnung an neuere internationale Wissenschaftsstandards und an den Be-

richt psychoaktiv.ch“ (EKDF 2005) unterscheidet die schweizerische Alkoholpolitik grundsätzlich die drei folgenden Konsummuster (vgl. Abb. 1):

 Risikoarmer Konsum

 Problematischer Konsum (vgl. Kap. 1.3)

 Abhängiges Konsumverhalten (vgl. Kap. 1.4)

Problematischer Konsum und abhängiges Konsumverhalten zusammen werden oftmals auch als „risikoreicher Konsum“ oder „Risikokonsum“ bezeichnet.

Die Schädlichkeit des Alkoholkonsums ist nicht nur vom konkreten Trinkmuster und dessen Untervariationen abhängig. Von Bedeutung sind ebenso Faktoren wie das jeweilige Alter, der gesundheitliche Allgemeinzustand, die durchschnittliche Trinkmenge pro Jahr und Gelegenheit, das konkrete Konsumumfeld oder die individuellen Reaktionsmuster unter Alkoholeinfluss.

12 NPA 2008 – 2012