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Vernehmlassung 2007/76: Nationales Programm Alkohol 2008 - 2012 (NPA) · 64 Seiten

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5.2.2 Behandlung und soziale Integration

Gegenstand Im Handlungsfeld „Behandlung und soziale Integration“ geht es um alle An-

strengungen insbesondere im öffentlichen Gesundheits- und Sozialwesen, um alkoholgefährdeten und -abhängigen Personen eine angemessene Behandlung zukommen zu lassen und ihnen ein möglichst selbstständiges und in der Gesellschaft integriertes Leben zu ermöglichen.

Strategische Im Handlungsfeld „Behandlung und soziale Integration“ sieht das NPA den Stossrichtungen

prioritären Handlungsbedarf in folgende Richtungen:

 Ambulante und stationäre Therapien sind gezielt nach der individuellen Situation, dem sozialen Umfeld und der Akzeptanz der betroffenen Person zu differenzieren und z.B. den alters-, geschlechts- und herkunftsspezifischen Bedürfnissen anzupassen.

 Das Angebot bestehender Therapieeinrichtungen muss bezüglich Ausrichtung, Bedürfnisse und Wirksamkeit überprüft und gegebenenfalls angepasst werden – die nationale Angebotsplanung und -koordination ist zu stärken.

 Im Interesse des Behandlungserfolgs ist die soziale Integration von Personen mit problematischem oder abhängigem Konsumverhalten zu stärken, insbesondere auch deren Verbleib im Arbeitsprozess.

 Alkoholabhängigkeit ist von der Kranken- und der Invalidenversicherung als Krankheit zu anerkennen – die sozialversicherungsrechtliche Deckung entsprechender Behandlungen und insbesondere auch der Nachbetreuung muss für alle Betroffenen gewährleistet sein.

Kommentar Im Handlungsbereich „Behandlung und soziale Integration“ stehen für die

Jahre 2008 – 2012 die bedarfsgerechte Differenzierung der Beratungs- und Behandlungsangebote und eine Erhöhung der Kurzinterventionshäufigkeit im Vordergrund. Eine besondere politische Herausforderung stellt die Erhöhung der interkantonalen Freizügigkeit dar (Stichwort: Kostengutsprachen). Mit der gezielten Stärkung der beiden Instrumente „Früherkennung“ und „Kurzintervention“ werden die Akzente auf eine möglichst frühe Phase der problematischen Konsum- und Abhängigkeitsentwicklung gelegt. Damit wird auch ein wichtiger Beitrag an die soziale Integration bzw. die Verhinderung der gesellschaftlichen Ausgrenzung der betroffenen Personen geleistet.

34 NPA 2008 – 2012