Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2008/10: Bundesbeschluss über das Programm zur Beseitigung von Engpässen im Nationalstrassennetz und über die Freigabe der Mittel · 69 Seiten
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A2-6 Raum St. Gallen
Auf dem Abschnitt Kreuzbleiche - Neudorf ist der Problemdruck sehr hoch (Problemstufe III). Während der Verkehrsspitzen ist der Abschnitt bereits heute überlastet. Besonders problematisch sind die dicht aufeinander folgenden Anschlüsse mit den zahlreichen Verflechtungsspuren. Die prognostizierte Verkehrsbelastung wird auf diesem Abschnitt 75'000 bis 80'000 Fahrzeuge pro Tag betragen. Für die Durchführung grösserer Erhaltungsmassnahmen fehlen die nötigen Kapazitäten auf dem untergeordneten Netz zur Übernahme des hohen Verkehrsaufkommens während der Bauphasen.
Der Kanton St. Gallen schlägt zur Entlastung eine neue, unterirdische Verbindung mit zusätzlichen Anschlüssen im innerstädtischen Bereich vor („Spange St. Gallen“). Diese Lösung bedingt eine Anpassung des Netzbeschlusses und die Regelung der Finanzierung im Umfang von 1'550 Millionen ausserhalb des Infrastrukturfonds.
Als mögliche Alternative hat der Bund einen Bypass mit zwei Zweispurtunnels parallel zur bestehenden Nationalstrasse geprüft. Diese Lösung kostet gemäss vorliegenden Kostenschätzungen ebenfalls rund 1'300 Millionen. Wegen der fehlenden, zusätzlichen Anschlüsse könnte die Stadt von einer solchen Lösung wesentlich weniger stark profitieren als von der Spange St. Gallen. Entsprechend besser schneidet die Kantons-Variante bei der Bewertung des Bundesamtes für Strassen ab.
Beim derzeitigen Kenntnisstand vermögen beide derzeit diskutierten Varianten nicht zu überzeugen. Die Investitionskosten von rund 1'500 Millionen sind in Anbetracht des gesamtschweizerischen Handlungsbedarfs und der knappen, verfügbaren finanziellen Mittel zu hoch.