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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten
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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011
Ökosystem Dynamischer Komplex einer Gemeinschaft aus Pflanzen, Tieren und
Mikroorganismen sowie deren nicht lebender Umwelt, die untereinander in Wechselwirkung steht. → Lebensraum, → Biodiversität
Ökosystemleistung Bestandteile der Biodiversität erbringen selbst oder aufgrund von
Wechselbeziehungen Leistungen, ohne die menschliches Leben nicht denkbar wäre und die zum menschlichen Wohlergehen beitragen. Beispiele von Ökosystemleistungen sind die Versorgung mit Wasser, die Bildung von fruchtbarem Boden, die Bestäubung und die Schädlingskontrolle, die Erosionskontrolle, der Schutz vor Lawinen durch Wälder, die Erholung durch Nah- und Fernerholungsräume oder das Angebot an wertvollen Landschaften für die kommerzielle Nutzung im Tourismus.
Parasiten Tiere oder Pflanzen, die auf Kosten eines anderen Lebewesens
existieren, meist indem sie diesem von innen oder aussen die Nahrung entziehen oder andere Leistungen beziehen. Bekannte Parasiten sind z. B. Flöhe.
Pionierpflanze Pflanzenart, die in noch nicht besiedeltes Gebiet vordringt. Sie
besitzt besondere Fähigkeiten zur Anpassung an die Besiedlung neuer, noch vegetationsfreier Räume, z. B. hohe und schnelle Samenproduktion, Windverbreitung von Samen oder die Toleranz gegenüber extremen Umweltbedingungen. Typische Pionierarten sind konkurrenzschwach und werden im Verlauf der biologischen Sukzession (Abfolge von Pflanzengesellschaften an einem Standort) durch andere Arten verdrängt.
Pioniervegetation → Pionierpflanze
Population Gesamtheit der Individuen einer Art, die in einem (mehr oder weni-
ger abgeschlossenen) Lebensraum leben und eine natürliche Fortpflanzungsgemeinschaft bilden.
Prioritäre Art Prioritäre Arten werden nach folgenden Kriterien bezeichnet: Ge-
fährdungsgrad, Seltenheit, Verantwortung der Schweiz für das Überleben der Art und Zweckmässigkeit der Schutzinstrumente.
Pufferzone, Pufferstreifen Flächen mit deutlich reduzierter Nutzungsintensität, welche an einen
empfindlichen, naturnahen Lebensraum grenzen (z. B. Flachmoor, Magerrasen). Im besten Fall nehmen sie diffuse Nährstoffeinträge vor deren Erreichen des empfindlichen Lebensraums auf.
Ramsar-Abkommen Internationales Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere
als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung (engl.: Convention on Wetlands of International Importance especially as Waterfowl Habitat). Es ist ein völkerrechtlicher Vertrag von 1971 und damit eines der ältesten internationalen Vertragswerke zum Umweltschutz. Von der Schweiz wurde es 1976 ratifiziert (SR 0.451.45).
Rasse Eine Gruppe von Individuen einer Tierart, die sich in manchen
Merkmalen von einer anderen Gruppe derselben Art unterscheidet. Innerhalb einer Rasse sind fruchtbare Kreuzungen möglich. Rassen entstehen durch regionale Isolation (geografische Rasse) oder durch unterschiedliche Lebensansprüche (ökologische Rasse). → Unterart, → Sorte
Raumplanung Koordination von raumwirksamen Tätigkeiten und deren Steuerung
über längere Zeit. Sie umfasst alle räumlichen Planungen der öffentlichen Hand auf sämtlichen Staatsebenen.
Regeneration Eine Form der → Renaturierung. Massnahmen (z. B. Inaktivierung
von Drainagen, Einstauung) zur Wiederherstellung der moorbildenden und sich langfristig selbst regulierenden hydrogischen Prozesse in degradierten Hoch- oder Flachmooren.
Renaturierung Zurückführen eines anthropogen veränderten Lebensraums in einen
naturnahen Zustand, im Prinzip eine Wiederherstellung. Renaturierungen sind meistens mit baulichen Eingriffen verbunden, im Gegensatz zu → Aufwertungen. Je nach Lebensraum spricht man von Renaturierung (z. B. kleine Fliessgewässer), → Revitalisierung (Auen) oder → Regeneration (Moore).
Réseau Ecologique National Das Projekt Nationales ökologisches Netzwerk bezweckt den (REN) Verbund von Populationen und Lebensräumen und dient als Pla-
nungshilfe und Instrument zum Schutz der Artenvielfalt und der