Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2012/46: Energiestrategie 2050 · 138 Seiten
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öffnung des südlichen Gaskorridors aus dem kaspischen Raum nach Italien an. Diese Massnahme stärkt die langfristige Gasversorgungssicherheit der Schweiz.
− Die Auslandabhängigkeit bei den fossilen Energieträgern wird kurz bis mittelfristig
auf hohem Niveau verharren. Auf lange Sicht aber werden das Gebäudeprogramm und der Technologiewandel beim individuellen Personenverkehr ihre volle Wirkung entfalten, so dass in diesen Bereichen die Abhängigkeit von den fossilen Energieträgern deutlich sinken wird. Langfristiges Ziel ist es, die fossilen Energien im Wärme- und im Verkehrsbereich zu ersetzen (vgl. Ziffer 1.6).
− Beim Stromnetz ist ein rascher Um- und Zubau in Richtung Smart Grids nötig, dies
vor allem im Übertragungsnetz. Zudem ist die Versorgungssicherheit beim Strom nur im Verbund mit dem europäischen Netz möglich. Deshalb strebt der Bundesrat die Einbindung in Europa sowie die Anbindung der Schweiz an das künftig, europäische Supergrid an, einem Netz von kapazitätsstarken Hochspannungsleitungen. Auf diese Weise soll die Schweiz ihre Rolle als Stromdrehscheibe mit Importen und Exporten im Zentrum von Europa weiterhin wahrnehmen können (vgl. Ziffer 1.3.4).
− Die Übertragungsnetze spielen bei der Gewährleistung der Versorgungssicherheit
eine zentrale Rolle: Als Bindeglied zwischen Produktion und Verbrauch sind sie ein zentrales Element des Energieversorgungssystems, sowohl national als auch international. International ermöglicht die Anbindung an das europäische Verbundnetz einen flexiblen Betrieb des inländischen Kraftwerksparks und ermöglicht es, auf Ausfälle im Inland (z.B. Abschaltung eines Kernkraftwerkes) kurzfristig reagieren zu können.
− Die Steigerung des Anteils an Wind- und Solarenergie hat einen besonderen Ein-
fluss auf die Sicherheit des Netzbetriebs. Sonnenstrahlung und Wind sind meteorologische Parameter, die im Rahmen eines gewissen Unsicherheitsbereichs vorausgesagt werden können und deren vorhergesagter Verlauf in Zukunft mit dem geplanten Ausbau der erneuerbaren Energien im Rahmen der Energiestrategie 2050 für die Steuerung der Elektrizitätsnetze an Bedeutung gewinnen wird. Deshalb soll beim Aus- und Umbau der Stromnetze unter anderem auch eine verbesserte Integration von meteorologischen Informationen zur Optimierung des Netzbetriebs berücksichtigt werden.
− Vertiefte Analysen zu den Auswirkungen des vorliegenden Massnahmenpakets auf
die Volkswirtschaft bekräftigen, dass der Umbau des Energiesystems bis im Jahr 2050 machbar und verkraftbar ist. Aus Sicht des Bundesrats halten sich die volkswirtschaftlichen Auswirkungen in Grenzen. Dies auch unter Berücksichtigung stark gestiegener Erdölpreise (vgl. Ziffer 3.3).
− Über die langfristige Entwicklung des Strompreises – dieser setzt sich in der
Schweiz zusammen aus Netznutzungsentgelt, Energiepreis, Abgaben und Leistungen an die Gemeinwesen sowie Abgaben zur Förderung erneuerbarer Energien – lassen sich keine verlässlichen Prognosen erstellen. In der Tendenz werden die Preise ansteigen, dies auch aufgrund des hohen Investitionsbedarfs in das gesamte Stromnetz und in die Kraftwerksinfrastruktur. Das hat Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Schweiz. Weil Europa aber vor denselben Herausforderungen steht, wird dieser Effekt gemildert: Europaweit besteht ein grosser Kraftwerkersatzbedarf, dies aufgrund der Altersstruktur des bestehenden Kraftwerkparks und der Stromnetze. Zudem baut auch Europa die erneuerbaren Energien stark aus.