Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2014/60: Strategie Stromnetze · 85 Seiten
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1 Grundzüge der Vorlage
1.1 Ausgangslage
1.1.1 Das Schweizer Stromnetz
Als Bindeglied zwischen Produktion und Verbrauch sind die Stromnetze von zentraler Bedeutung für die Gewährleistung der Stromversorgung. Ohne sichere und leistungsfähige Stromnetze drohen Stromausfälle mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Wirtschaft. Die Herausforderungen im Bereich der Stromnetze sind bedeutend, weshalb für den Um- und Ausbau der Netze ein dringender Handlungsbedarf besteht. Die Strategie Stromnetze stellt insofern für die Umsetzung der Energiestrategie 2050 (ES 2050) ein wichtiges Element dar (vgl. Ziff. 1.1.3).
Funktionen und Anlagen des Stromnetzes
Das Stromnetz verbindet die Produzenten und die Verbraucher von elektrischer Energie und stellt über Transport, Umwandlung und Verteilung die Verbindung zwischen Kraftwerk und Endverbraucher her. Die Versorgung der Endverbraucher in der Schweiz mit Elektrizität über das Stromnetz erfolgt durch die rund 700 Netzbetreiber im Rahmen ihres Versorgungsauftrages. Dabei sind die Netzbetreiber für ein sicheres, leistungsfähiges und effizientes Stromnetz verantwortlich und gewährleisten eine hohe Versorgungsqualität für die Endverbraucher. Daneben ermöglicht das Stromnetz den Akteuren auf nationaler sowie internationaler Ebene Austausch zu betreiben und so Über- sowie Unterkapazitäten der Produktion auszugleichen.
Das Stromnetz besteht aus Leitungen, Unterwerken und Trafostationen. Der Gesamtwert der Netzanlagen in der Schweiz beträgt knapp 18 Milliarden Franken, wobei die grössten 50 Netzbetreiber wertmässig rund 75% der Anlagen besitzen1.
Netzebenen im Stromnetz
In der Schweiz wird das Stromnetz in sieben Ebenen unterteilt. Die Unterscheidung ergibt sich grundsätzlich aus der unterschiedlichen Spannung, mit welcher Strom transportiert wird, gemessen in Volt (V) beziehungsweise Kilovolt (kV). Bei den Netzebenen2 handelt es sich um eine Transportebene (Netzebene 1, Übertragungsnetz mit Höchstspannung 380/220 kV), drei Verteilnetzebenen, bestehend aus der Netzebene 3 (36-220 kV), Netzebene 5 (1-36 kV) und Netzebene 7 (kleiner 1 kV) sowie drei Transformationsebenen (Netzebenen 2, 4 und 6), auf denen der Strom umgewandelt wird. Der Stromtransport erfolgt national sowie grenzüberschreitend auf der Höchstspannungsebene (in einigen Fällen auch auf der Netzebene 3), um Transportverluste zu verringern. Für die überregionale, regionale sowie lokale Verteilung wird die Spannung auf den jeweiligen Transformationsebenen mittels Unterwerken reduziert. Während Haushalte und kleinere Gewerbebetriebe erst auf der Netzebene 7 ihren Strom beziehen, werden Gewerbe und Industrie mit hohem Strombedarf direkt über die Netzebenen 3 und 5 angeschlossen. Das schweizerische Stromnetz zur Versorgung der Endverbraucher
1 Tätigkeitsbericht der ElCom 2013 unter: <http://www.elcom.admin.ch>.
2 Definition von Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen unter: <http://www.strom.ch>.