Vorlage
Vernehmlassung 2014/65: Totalrevision der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA) · 53 Seiten
Fedlex · Vorlage · Seite 48Fedlex · Vorlage
Anhang 6: Detailprüfung – Erläuterungen
Abfall-Inventar
Für die Durchführung einer Emissionsprognose sind Informationen zu Qualität und Quantität der abgelagerten Abfälle notwendig (Schadstoffpotential). Bei Lücken müssen Annahmen getroffen werden. Aus Sickerwasser-Konzentrationen lassen sich u.U. sinnvolle Extrapolationen auf eine Feststoff-Konzentration durchführen.
Sind die Materialkategorien gemäss TVA (Inertstoffe, Rest- und Reaktorstoffe) getrennt abgelagert worden, können sich aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung der Abfälle unterschiedliche Milieubedingungen (z.B. pH-Wert, Redox-Potential) in den entsprechenden Deponieteilen ausbilden. In diesem Fall können die Grenzwerte der TVA als Maximalkonzentrationen beigezogen werden.
Je nach Alter einer Deponie kann jedoch nicht von der in der TVA vorgesehenen Trennung der Abfälle ausgegangen werden. Es muss damit gerechnet werden, dass auch nicht-TVA-konform abgelagert wurde. In alten Deponien dürfte ein sehr heterogenes Abfallinventar anzutreffen sein.
Leitparameter
Die für die Detailprüfung massgebenden Leitparameter von Deponiesickerwässern sind in Anhang 2 zusammengestellt.
Bei Verdacht auf (ehemaliger) Gewerbe- und Industriebetriebe in der Umgebung der Deponie ist eine Erweiterung der Sickerwasser-Analytik im Rahmen der Detailprüfung zu prüfen.
Bei Siedlungs- wie auch bei Schlackedeponien sind Chlorid, Ammonium, AOX und TOC am prominentesten im Sickerwasser vertreten.
Technische Beurteilung der Systemkomponenten
Die technische Beurteilung der Systemkomponenten Oberflächenabdichtung, Basisabdichtung und Drainageleitungen liefert dem Gutachter Versagenswahrscheinlichkeiten. Ergänzende Messungen (z.B. Setzungsmessungen) oder Abklärungen (z.B. geotechnische Gutachten) können notwendig sein. Die folgenden Fälle sind möglich:
. Versagen der Oberflächenabdichtung → Erhöhung der Sickerwasser-Mengen,
. Versagen der Basisabdichtung → Emissionen in den Untergrund und ggf. ins Grundwasser,
. Versagen von Drainageleitungen → Emissionen in den Untergrund und ggf. ins Grundwasser
Das für die Gefährdungsabschätzung wichtige Ergebnis aus der technischen Beurteilung der Systemkomponenten sind qualitative bzw. semi-quantitative Szenarien bezüglich der Sickerwasserbildung. Beispiele:
. der Sickerwasser-Anfall bleibt auf dem heutigem Niveau → Status Quo,
. vollständiges Versagen der Systemkomponenten → Worst Case,
. der Sickerwasser-Anfall erhöht sich um einen Faktor x gegenüber heute,
. etc.
Diese Szenarien werden in die Emissionsabschätzung übernommen. Die Anzahl der Szenarien soll beschränkt werden, um den Bewertungsaufwand im Rahmen zu halten.
Anhang 6: Detailprüfung – Erläuterungen