Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2015/28: Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) · 53 Seiten
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4.3 Übergeordnete Diskussionspunkte
Hier wie auch in den nachfolgenden Kapiteln werden Empfehlungen zu einem Thema oder Teilaspekt, die von mehreren Stellungnehmenden geäussert wurden, gebündelt wiedergegeben. Einzelmeinungen werden, soweit sie diesen Empfehlungen sehr ähnlich sind, jeweils darunter subsumiert und nicht zusätzlich einzeln aufgeführt.
In den Stellungnahmen zur NSI lassen sich einige übergeordnete Änderungswünsche und Empfehlungen identifizieren.
FR, GE, GTMT, VD und VS sind der Ansicht, dass der Bedarf an einer nationalen Rahmenstrategie im Bereich Impfen nicht vollkommen überzeugend dargelegt wird. Da die Umsetzung einer solchen umfassenden Strategie von Bund und Kantonen einen erheblichen Ressourceneinsatz erfordert, sollte viel klarer aufgezeigt werden, welche Lücken die NSI im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu schliessen vermag. Dafür wäre es nützlich, die Entwicklung und Bedeutung der impfverhütbaren Krankheiten sowie die Ziele und Auswirkungen von Impfungen und Impfprogrammen zu beschreiben und mit Zahlen und Fakten zu untermauern (dies wird auch von FKG gefordert). TI findet hingegen die Strategie wenig überzeugend, weil die Autoren versuchen, mit vorsichtigen Formulierungen alle Empfindlichkeiten zu berücksichtigen, anstatt das Impfen im Interesse der öffentlichen Gesundheit klar und mutig zu propagieren.
Mehrere Akteure (u. a. FR, santésuisse) schliessen sich der im Kapitel 4.1 geschilderten Kritik von H+, senesuisse und ZH an: Die NSI sei zu wenig konkret, die Ziele seien nicht genügend spezifisch und messbar und auch die Massnahmen bleiben vage. BEKAG verlangt gleichzeitig eine deutliche Straffung und Vereinfachung der Vorlage. Swiss Nurse Leaders und SGInf vermissen in der vorgelegten Strategie Lösungsansätze, die wirksam zur Verbesserung der Durchimpfung der Bevölkerung beitragen würden.
BE empfiehlt, den Begriff "Gesundheitsfachpersonen" klar zu definieren. Es brauche zudem eine Unterscheidung zwischen den Aktivitäten (1) Informationen über Impfungen verteilen, (2) Impfausweise kontrollieren, (3) Impfberatung im engeren Sinn und (4) Durchführung von Impfungen. Es gilt zu bestimmen, welche Fachpersonen für welche dieser vier Tätigkeiten zuständig sind, denn die jeweils erforderlichen Fachkompetenzen sind unterschiedlich. Gleichzeitig sei die Einbindung einer grossen Anzahl neuer Akteure, die allenfalls neu ausgebildet werden müssen, wirtschaftlich nicht produktiv.
Gemäss Public Health Schweiz sollte der Setting-Approach (Impfinformation und -angebote dorthin steuern, wo sich Kinder und Erwachsene in ihrem Lebensalltag aufhalten), der in der NSI mit angedacht ist, in den Zielen und Interventionen konkreter benannt werden.
Nach Ansicht von santésuisse kommt in der NSI die Betonung der Eigenverantwortung zu kurz. Für einen eigenverantwortlichen Umgang mit Gesundheit und Krankheitsvorbeugung sei es wichtig, die Bedeutung der Impfungen für die eigene Gesundheit sowie für vulnerable Personen im Umfeld zu verstehen. SGInf weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Immunsupprimierte mit verminderter Impfantwort zu «Superspreader» werden können, weshalb die Impfung des nahen Umfelds bei ihnen eine besonders grosse Rolle spielt, dies sei jedoch in der NSI zu wenig erwähnt.
SGAIM erinnert daran, dass die Impfung nur eines von verschiedenen präventiven Mitteln ist, und setzt sich dafür ein, dass sämtliche medizinischen Massnahmen aufeinander abgestimmt werden. Ebenfalls im Zusammenhang mit der Eigenverantwortung vermutet der Chemieexperte Edgar Müller, dass die Beschränkung der NSI auf Impfungen zu eng gefasst