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Vernehmlassung 2019/47: Bericht über Vision, Strategie und Konzept zum Leitungskataster Schweiz (Bericht Leitungskataster Schweiz) · 40 Seiten

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9 Etappierung

Um einen raschen Nutzen zu generieren und den unterschiedlichen Qualitäten der bestehenden Leitungskataster Rechnung zu tragen, soll der LKCH zeitlich gestaffelt realisiert werden. Es sind eine Basisetappe («MUSS») und darauf aufbauende optionale Erweiterungen («KANN») vorgesehen.

9.1 Basisetappe («MUSS»)

Die Basisetappe hat zum Ziel, rasch schweizweite, homogene LK-Daten bereitzustellen, damit diese für die Zwecke Information und Planung – zum Beispiel mittels Darstellungs- und/oder Downloaddienst – genutzt werden können.

Dazu sind sinnvolle Qualitätsstufen zu definieren, die den Werkeigentümern, die ihre LK-Daten an den Leitungskataster liefern müssen, einen möglichst raschen und flexiblen Einstieg in den LKCH erlauben. Die Qualitätsstufen regeln Inhalt (Datentiefe) sowie qualitative Merkmale wie Flächendeckung, 2D/3D oder Metadaten. Der geforderte Standard der LK-Daten soll sich – mit allfällig notwendigen Anpassungen – am Geodatenmodell LKMap gemäss der SIA Norm 405 orientieren.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, startet die Basisetappe mit Bestehendem und bildet die Grundlage für die optionalen Weiterentwicklungen («KANN»). Die Basisetappe enthält folgende Bestandteile:

- Die Organisation LKCH als Verbundaufgabe Bund-Kantone wird aufgebaut.

- Ein zentraler Zugang nur für Berechtigte (beschränkt öffentlich zugänglich) wird geschaffen.14

- Ein Register aller Werkeigentümer pro Gemeinde wird erstellt (Liste aller Ver- und Entsorger pro

Gemeinde mit ihren jeweiligen, relevanten Kontaktdaten).

- 2D-Daten über alle Medien (Wasser, Abwasser, Gas, Elektrizität, Kommunikation, Fernwärme)

werden bereitgestellt. Diese umfassen diejenigen Daten, die bereits vorhanden sind. Noch analog vorhandene Daten müssen digitalisiert werden.

- Das minimale Geodatenmodell muss mit 3D-Geometrien umgehen können, da neue Leitungen in

3D erfasst werden sollen.

- Die Qualitätsstufen des LKCH werden definiert.

- Konzepte für zukünftige Ausbau-Etappen (gemäss Kap. 9.2) werden erstellt sowie die Erfassung

und der zukünftige Umgang mit 3D-Daten vorbereitet.

9.2 Optionale Erweiterungen («KANN»)

Die optionalen Erweiterungen hätte zum Ziel, die Datenbasis des LKCH zu nutzen, um Mehrwerte in den Bereichen Bauprojekte (Projektierung und Baubewilligung) und Grundbuch (Dienstbarkeiten) zu schaffen. Ebenso würde damit ein substantieller Umsetzungsbeitrag zur E-Government-Strategie von Bund, Kantonen und Gemeinden geleistet. Dabei würde der LKCH «nur noch» durch die Bereitstellung von automatisierten Prozessen für die obigen drei Zwecke weiterentwickelt und – falls nötig – der inhaltliche und qualitative Umfang der Basisetappe optimiert.

In diesen Prozessen könnten zum Beispiel Dienste beteiligter Stellen einbezogen und so angesteuert werden, dass schliesslich das von Nutzerseite gewünschte Ergebnis resultieren würde. Beispielsweise könnten für den Zweck Projektierung Werkinformationen über einen Dienst des Werkeigentümers oder für den Zweck Dienstbarkeiten ein Dienst des Grundbuchamtes angezogen und mit weiteren Prozesselementen jeweils zum Gesamtprozess verknüpft werden.

Diese optionalen Erweiterungen könnten jeweils unabhängig voneinander früher oder später umgesetzt werden. Deren Umsetzung ist bewusst als «KANN» deklariert. Damit besteht eine hohe Flexibilität für eine allfällige Umsetzung.

14 Der Hauseigentümerverband Schweiz unterstützt die allfälligen optionalen Erweiterungen («KANN») nur, wenn an der Zugangsberechtigungsstufe B festgehalten wird. Leitungskataster Schweiz (LKCH); Vision, Strategie und Konzept 26/40 20190524LKCH-Bericht_vision_strategie_konzept_v1p16_DE