Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2023/66: Teilrevision Waldgesetz – Preisempfehlungen auch für Holz aus Schweizer Wäldern · 8 Seiten

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Dementsprechend ist der Holzpreis eine entscheidende Grösse, wenn es darum geht zu entscheiden, ob und inwieweit Pflegeeingriffe und Holzernte-Massnahmen im Wald durchgeführt werden.

Waldeigentümerinnen und -eigentümer, welche in der Schweiz in rund 660 professionellen Forstbetrieben organisiert sind (rund 1% aller Waldeigentümer), haben normalerweise ein fundiertes Wissen über den Holzmarkt. Die zuständigen Forstfachpersonen wissen meist, wie es um die Nachfrage nach Rohholz steht, welche Preise sie auf dem Markt verlangen können und planen die Eingriffe im Wald entsprechend. Für den Rest der Waldeigentümerinnen und -eigentümer, insbesondere für die Privaten, ist es aber besonders schwierig einzuschätzen, ob Rohholz auf dem Holzmarkt wirklich nachgefragt wird, welche Preise dafür erzielt werden können und ob damit ein kostendeckender Holzschlag möglich ist.

Rund 250'000 Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer stehen rund 300 holzverarbeitenden Betrieben (davon rund 60 mittlere und grosse Betriebe) gegenüber. Aufgrund der Marktstruktur auf den Rohholzmarkt (viele Anbieter und wenige Nachfrager) ist es für die rund 250'000 Schweizer Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer als schwächstes Glied der Kette essenziell, über eine transparente Information zu den in der Branche herrschenden Preise zu verfügen. Aber auch für die holzverarbeitenden Betriebe sind solche Informationen zur Sicherstellung ihrer Versorgung von grosser Bedeutung. Richtpreise stellen solche Anhaltspunkte für die Preisverhandlungen zwischen den Marktteilnehmern dar.

Durch den Austausch zwischen den Branchenorganisationen soll eine Übersicht über den Holzmarkt geschaffen werden, um Informationen über die erwartete Entwicklung von Angebot und Nachfrage zu signalisieren. Informationen über die nachgefragte Menge an Holz sind besonders wichtig, weil dadurch vermieden wird, dass zu viel Holz geerntet wird. Dies hätte wiederum negative Auswirkungen auf den Holzmarkt und die Waldbewirtschaftung, weil Holz ein verderbliches Industrieprodukt ist.

Die Forderung der vorliegenden parlamentarischen Initiative weist verschiedene Schnittstellen zu den Zielen der Waldpolitik und der Ressourcenpolitik Holz des Bundes auf (Waldpolitik 2020 resp. Waldpolitik. Ziele und Massnahmen 2021-2024; Ressourcenpolitik Holz 2030). Der Bundesrat verfolgt dabei das Hauptziel der Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung sowie der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für eine effiziente und innovative Wald- und Holzwirtschaft.

3 Erläuterungen zum Artikel

Die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer sowie ihre Abnehmerinnen und Abnehmer innerhalb einer Branche werden mit diesem neu eingefügten Artikel ermächtigt, – unter bestimmten Voraussetzungen – Richtpreise auszuhandeln und zu veröffentlichen. Richtpreise stellen Anhaltspunkte bzw. Referenzgrössen für die Preisverhandlungen zwischen den verschiedenen Marktstufen einer Branche dar. Gemäss dem Gesetzesentwurf müssen die Richtpreise innerhalb der Branche vertikal zwischen Vertretern der Käufer- und der Verkäuferschaft vereinbart werden. Zudem sind die Preise an Kriterien, namentlich nach Baumarten, Sortimenten (Energie-,