Vernehmlassungsvorlagen und erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2023/9: Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2025–2028 (BFI-Botschaft 25–28) · 214 Seiten
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2 Finanzierung der Förderbereiche: Begründung der Kreditanträge
In den Ziffern 2.1- 2.12 wird die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation entlang der zwölf Bundesbeschlüsse beschrieben. In der Ziffer 2.13 werden zwecks Übersicht und Transparenz Ausführungen zu zusätzlichen BFI-Förderbereichen gemacht, welche signifikante Ausgaben darstellen, für die aber in dieser Botschaft keine Kreditanträge gestellt werden (unter anderem Assoziierung an EU-Programme, Ressortforschung).
Eine Übersicht über alle beantragten Verpflichtungskredite und Zahlungsrahmen sowie über alle geplanten Ausgaben findet sich in Ziffer 4.1 Es gilt zu beachten, dass die beantragten Verpflichtungskredits nicht zwingend mit dem Total der geplanten Ausgaben über die Jahre 2025–2028 übereinstimmen. Der Verpflichtungskredit ermächtigt den Bundesrat während einer definierten Periode finanzielle Verpflichtungen für ein bestimmtes Vorhaben einzugehen. Da die dazugehörigen Zahlungen nicht im gleichen Jahr, sondern auch zu einem späteren Zeitpunkt (bspw. nach 2028) erfolgen können, müssen sich die beiden Totale im Rahmen der BFI-Periode 2025–2028 nicht entsprechen.
2.1 Berufsbildung
Ausgangslage
Berufliche Grundbildung
Die berufliche Grundbildung ermöglicht Jugendlichen den Einstieg in die Arbeitswelt und ist Grundlage für die berufliche Entwicklung und das lebenslange Lernen. Rund 250 berufliche Grundbildungen stehen zur Wahl. Die berufliche Grundbildung ist der meistgewählte Bildungsweg auf Sekundarstufe II. Gemäss Referenzszenario77 des Bundesamts für Statistik wird die Gesamtzahl der Lernenden des ersten Jahres auf Sekundarstufe II in den nächsten zehn Jahren kontinuierlich steigen (von 119 000 auf 138 000 Lernende zwischen 2021 und 2031; +16 %). Diese Entwicklung dürfte je nach Bildungsfeld und Kanton unterschiedlich ausfallen.
Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist weiterhin hoch. Je nach Branche und Region präsentiert sich die Fachkräftesituation unterschiedlich. Die berufliche Grundbildung baut auf der Bereitschaft der Unternehmen auf, Lernende auszubilden. Das SBFI lässt deshalb regelmässig Kosten und Nutzen der Betriebe untersuchen.78
Zwei von drei Jugendlichen verfügen über einen Abschluss der beruflichen Grundbildung. Bund und Kantone haben das gemeinsame bildungspolitische Ziel, dass 95 % der 25-Jährigen über einen Abschluss auf Sekundarstufe II verfügen. 2021 lag die Quote gemäss BFS bei 90,1%. Während Jugendliche mit Schweizer Nationalität, die in der Schweiz geboren wurden, mit einer Abschlussquote von 93,1 Prozent dieses Ziel fast erreichen, liegt die Quote bei in der Schweiz geborenen jugendlichen Ausländerinnen und Ausländern bei 86,1 % und bei im Ausland geborenen jugendlichen
77 BFS (2022): Szenarien für das Bildungssystem 2022–2031, (www.bfs.admin.ch > Statistiken finden > Bildung und Wissenschaft > Szenarien für das Bildungssystem).
78 EHB (2019): Kosten und Nutzen der Ausbildung von Lernenden, vierte Erhebung (www.ehb.swiss > Forschung > Observatorium für die Berufsbildung > Themen und Trends > Lohnt sich die Lehrlingsausbildung für die Betriebe?).