Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2024/55: Änderung des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes (HFKG) · 11 Seiten

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Vernehmlassungsbericht zur Änderung des HFKG

AG, BE und FR unterstützen die Verstetigung sowie die Begrenzung des Modells auf den MINT-Bereich. BE und FR betonen jedoch, dass es bei der Umsetzung eine gewisse Flexibilität bei der Benennung der Studiengänge braucht, die die Besonderheiten der einzelnen FH berücksichtigt. BE weist darauf hin, dass die im HFKG vorgesehenen Begriffe «Fachbereich» bzw. «Fachbereichsgruppen» genau auszulegen seien. So erfordere die Verstetigung auf Verordnungsebene eine präzise Eingrenzung des Feldes der PiBS-Studiengänge, um Ungleichbehandlungen zu vermeiden.

SG begrüsst nach erfolgter Abwägung zwischen der Einhaltung der Bildungssystematik einerseits und der Bekämpfung des Fachkräftemangels andererseits die Verstetigung von PiBS. SG betont die positiven Erfahrungen der an PiBS-MINT beteiligten Unternehmen, Fachhochschulen, Studierenden und Absolvierenden, die hohe Berufs- und Arbeitsmarktfähigkeit der Absolvierenden, den gegenüber sonstigen MINT-Fächern erhöhten Frauenanteil und das Ausbleiben von negativen Auswirkungen auf den Berufsbildungsweg. SG weist auf die bereits in Art. 69 Abs. 1 HFKG vorgeschriebene allgemeine Evaluationspflicht hin und erachtet deshalb eine explizite Evaluationspflicht für PiBS durch den Hochschulrat als nicht sinnvoll.

BS und BL sprechen sich gegen eine Verstetigung von PiBS aus: BS sieht keinen Grund, im MINT-Bereich vom Regelzugang abzuweichen. Die bildungssystematische Logik, die den Zulassungsregelungen zu den schweizerischen Hochschulen zugrunde liege, sei stimmig. Sonderbehandlungen von einzelnen Fachbereichen auf Gesetzesstufe seien, wenn immer möglich, zu vermeiden. BL sieht im PiBS-Modell eine Veränderung des dualen Bildungssystems, da es Gymnasiastinnen und Gymnasiasten den Zugang zu einem Fachhochschulstudium ohne vorherige Berufserfahrung ermögliche und es dadurch zu einer direkten Konkurrenz mit Auszubildenden um die Anzahl der betrieblichen Ausbildungsplätze gäbe. Zudem käme es zu einer Ungleichbehandlung der verschiedenen Bildungswege. Im Sinne der Gleichbehandlung zwischen gymnasialen Maturandinnen und Maturanden zu den Fachhochschulen sowie von Berufsmaturandinnen und -maturanden an die Universitäten solle das PiBS-Modell abgelehnt werden, um die Profile der tertiären Bildungswege klar zu definieren und zu stärken, statt sie zu verwässern. Zudem sehen BS und BL im Rahmen des Pilotversuchs PiBS keinen signifikanten Beitrag zur Eindämmung des Fachkräftemangels.

2. Parteien

Die Mehrheit der Parteien, die eine Stellungnahme eingereicht haben (Die Mitte, FDP und SP), stimmt der Verstetigung von PiBS zu. Die SVP lehnt diese ab.

Die Mitte unterstützt die Verstetigung von PiBS. PiBS habe sich dabei als eine geeignete Ergänzung zu bestehenden Bildungsangeboten erwiesen. Die Mitte sieht in der Stärkung der MINT-Fächer eine zentrale Voraussetzung, um Innovationen und Fortschritt in der Schweiz nachhaltig zu sichern und spricht sich für pragmatische Lösungen aus, die jungen Menschen verschiedene Bildungswege offenlässt.

FDP unterstützt die Verstetigung des Pilotprojekts. Gemäss FDP haben die gemachten Evaluierungen gezeigt, dass das Studienmodell für alle Beteiligten klare Vorteile bringe. Insbesondere die bessere Verbindung von Theorie und Praxis sei zu begrüssen. FDP schlägt zudem die Prüfung einer Ausweitung des PiBS-Modells auf andere Fächer vor. Die geplante regelmässige Evaluation von PiBS wird von FDP begrüsst. So könne die Effizienz des Modells weiter sichergestellt und eventuelle Anpassungen an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes und der Studierenden vorgenommen werden.

SP unterstützt und begrüsst im Grundsatz, dass das berufsbegleitende Studium weiter gefördert und gestärkt werden soll; sie sieht in der Verstetigung von PiBS aber auch Risiken: PiBS führe faktisch zu einer Veränderung des dualen Bildungssystems, da es z.B. Kantonsschülerinnen und -schülern den Zugang zu einem Fachhochschulstudium ohne vorherige Berufserfahrung ermöglicht. Wenn Kantonsschülerinnen und -schülern die Möglichkeit geboten werde, die fehlende Berufspraxis während des Studiums zu erwerben, wäre es laut SP konsequent, auch Berufsmaturandinnen und -maturanden einen Studiengang an Universitäten anzubieten, der es ihnen erlaubt, ihre fehlenden akademischen Kompetenzen während des Studiums nachzuholen. Ein solches Modell wäre jedoch gemäss SP kaum mehr-