Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2024/55: Änderung des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes (HFKG) · 11 Seiten
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Vernehmlassungsbericht zur Änderung des HFKG
das Angebot nicht angesprochen werden könnten. Von den teilnehmenden Unternehmen und Studierenden erhalte swissmem positive Rückmeldungen zu PiBS. Ein weiterer positiver Aspekt des PiBS-Modells ist für swissmem die Tatsache, dass mehr Frauen mit dem Angebot für die Tech-Industrie gewonnen werden können. Für swissmem kommt PiBS für die Branche eine wichtige Rolle zu. Für swissmem ist es absolut klar, dass der Regelzugang an die Fachhochschulen weiterhin über die Berufsbildung erfolgt.
Travail.Suisse lehnt die vorgeschlagene Verstetigung von PiBS ab. Travail.Suisse erachtet klare Regeln im Bildungssystem als unerlässlich. PiBS bringe nach Auffassung von Travail.Suisse die heutige Ausgewogenheit und das Gleichgewicht im schweizerischen Bildungssystem durcheinander und bedürfe zur definitiven Einführung eine besondere Rechtfertigung. Die 2023 durchgeführte Wirkungsanalyse zeigt für Travail.Suisse jedoch keine eindeutig positive oder negative Beurteilung der PiBS-Studiengänge, wobei das primäre Ziel, die Minderung des Fachkräftemangels, nicht erreicht wurde. Damit ist für Travail.Suisse keine Rechtfertigung für die Verstetigung dieser partikulären Ausnahmeregelung gegeben. Für Travail.Suisse ist die Gefahr sehr gross, dass durch eine solche Ausnahmebestimmung die Arbeitswelterfahrung auch in anderen Fachrichtungen (oder gar grundsätzlich) in Frage gestellt und damit der Weg für weitere Ausnahmebestimmungen geebnet wird. Wird diese Verstetigung dennoch vorgenommen, ist für Travail.Suisse klar, dass sich diese Ausnahmeregelung einzig auf den MINT-Bereich beschränken soll und ein Verhindern der Ausdehnung auf weitere Fachrichtungen daher sicherzustellen ist.
SGB und SGV lehnen die Verstetigung ab. Zum einen sehen sie eine bildungssystematische Problematik, zum anderen betrachten sie das eigentliche Ziel von PiBS, die Bekämpfung des Fachkräftemangels, als verfehlt: PiBS habe auch nach fast zehnjähriger Dauer quantitativ und makroökonomisch keinen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels leisten können. SGV betont die ausschliesslich negativen Rückmeldungen zu PiBS aus dem Kreis seiner Mitglieder. Um die Qualität des dualen Berufsbildungssystems zu sichern sei es entscheidend, dass die unterschiedlichen Profile zwischen Fachhochschulen und Hochschulen auf der Tertiärstufe A klar erhalten bleiben. SGB sieht einen Trend in Richtung Aufweichung der Bildungssystematik, allerdings einseitig zugunsten von Absolvierenden mit allgemeinbildenden Abschlüssen. Zudem sei die Verstetigung von PiBS eine willkürliche Verstetigung. So müssten Zulassungsbedingungen an Hochschulen in Form einer Gesamtschau geprüft und einheitlich nach Hochschultyp (FH, PH, Uni) definiert werden. SGB betont zudem eine leicht erhöhte Dropout-Quote im Vergleich zu sonstigen Studiengängen.
5. Bildungs- und wissenschaftspolitische Organe und Organisationen
Swissfaculty und swissuniversities begrüssen die Verstetigung. swissuniversities ist der Ansicht, dass PiBS es ermögliche, die begonnenen Massnahmen zur Abschwächung des Fachkräftemangels im MINT-Bereich fortzusetzen. Zudem werde die Praxisorientierung der von den Fachhochschulen angebotenen Ausbildungen gestärkt.
SWR begrüsst die Verstetigung und jede Massnahme, die die Attraktivität der MINT-Studiengänge steigert, ohne dabei negative Systemeffekte zu erzeugen.
6. Weitere interessierte Kreise
Centre Patronal, Digitalswitzerland und FER begrüssen und unterstützen die vorgeschlagene Regelung. Centre Patronal unterstützt die Beschränkung auf den MINT-Bereich. FER spricht sich jedoch gegen die Möglichkeit aus, Inhaberinnen und Inhaber einer eidgenössischen Berufsmaturität, die keine berufliche Grundbildung in einem dem gewählten Studienbereich verwandten Beruf absolviert haben, zulassen zu können. Zudem empfiehlt FER, PiBS-Studiengänge nur dann anbieten zu können, wenn an der betreffenden Fachhochschule auch ein konventioneller Studiengang (drei Jahre) angeboten wird.