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Consultation 2005/43: Evolution future de la politique agricole (Politique agricole 2011) · 370 pages
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Besonderer Teil 6: Kostensenkung und Verstärkung des Wettbewerbs
und Institutionen haben in letzter Zeit die Problematik der z.T. grossen Preisunterschiede zwischen der Schweiz und dem umliegenden Ausland im Bereich der landwirtschaftlichen Produktionsmittel aufgegriffen. Neben dem Schweizerischen Bauernverband, welcher sich im Situationsbericht 2004 „Die Landwirtschaft in der Kostenfalle“ mit der Kostenentwicklung und dem Vergleich mit der EU beschäftigt, befasst sich auch der Preisüberwacher mit den Inputpreisen für die Landwirtschaft, insbesondere auch mit der Aufdeckung von Gegengeschäften aufgrund von Publikumsmeldungen. Auch medial hat die Thematik eine grosse Präsenz erlangt.
In einer durch das BLW an die Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft in Auftrag gegebenen Studie127 wurden die Preisentwicklung und die Preisdifferenzen in den Bereichen Pflanzenschutzmittel, Dünger, Saatgut und Tierarzneimittel für einzelne Produkte und Applikationen detaillierter als in den bereits genannten Erhebungen aufgezeigt. Die Preisentwicklung während den letzten zehn Jahren ist in den untersuchten Bereichen unterschiedlich verlaufen. Bei einer recht grossen Anzahl von Produkten sind die Preise gestiegen, einzelne Pflanzenschutzmittel sind aufgrund des ablaufenden Patentschutzes billiger geworden. Beim Saatgut kann der Effekt von relativ kurzen Produktlebenszyklen auf die Preise festgestellt werden. Die Preise sind bei der Markteinführung relativ hoch und geraten in den Folgejahren durch neu auf den Markt kommende Sorten unter Druck. Allerdings starten neue Konkurrenzprodukte bzw. Sorten bei Markteinführung auf einem markant höheren Preisniveau als die bereits etablierten.
Die wichtigsten Dünger sind in Deutschland bzw. Frankreich im Schnitt zwischen ca. 20 Prozent und 55 Prozent billiger, Saatgut (nicht in der Schweiz vermehrte Arten) zwischen 5 und 40 Prozent und Tierarzneimittel zwischen 5 Prozent und 55 Prozent. Einzelne Produkte dieser Bereiche waren in der Schweiz billiger, was aber in Bezug auf die vertriebenen Mengen nicht ins Gewicht fällt. Die Differenz bei den Düngern (im Durchschnitt 34%) wird angesichts der grossen Streuung in der Vergleichspreisen für die Berechnung in Tabelle 52 auf 20 Prozent reduziert. Auch innerhalb der Schweiz betragen die Preisunterschiede bis zu 67 Prozent. Bei Pflanzenschutzmitteln und Tierarzneimitteln beträgt die Preisdifferenz 24 Prozent, bei Saatgut von nicht in der Schweiz vermehrten Arten 22 Prozent (Tabelle 51). Verglichen wurden die Preise ohne Mehrwertsteuer.
Tabelle 51 Produktionsmittelpreise in der EU1 in % der Schweizer Preise Position Mittelwert in % Mittelwert 1. Quartil Mittelwert 4. Quartil Anzahl in % in % Produkte Dünger2 66 43 8121
Pflanzenschutzmittel 76 49 10787
Saatgut3 78 53 9610
Tierarzneimittel 76 50 10116
1
Deutschland, Frankreich
2
Vorbezugs- und Saisonpreise
3
Saatgut von nicht in der Schweiz vermehrten Arten
Quelle: SHL, Zollikofen
In den Bereichen der landwirtschaftlichen Produktionsmittel wurde eine Angleichung der Bestimmungen über das Inverkehrbringen an EU-Recht durchgeführt. Dank der
127 Preisvergleich landwirtschaftlicher Produktionsmittel, SHL-Studie, August 2005