Projet

Consultation 2005/43: Evolution future de la politique agricole (Politique agricole 2011) · 370 pages

Fedlex · Projet · Page 90 · DeutschFedlex · Projet · Deutsch

Allgemeiner Teil

schwankungen können die Konkurrenzverhältnisse zwischen den Ländern jedoch wesentlich verändern. Mit der Öffnung des Käsemarktes ab 2007 wird sich das weitere Absinken des Interventionspreises für Milch in der EU auch auf den Schweizer Milchpreis auswirken. Dasselbe gilt im Zusammenhang mit dem Abkommen über verarbeitete Landwirtschaftsprodukte auch für den Zuckerpreis. Dieser wird wegen der EU-Zuckermarktreform stark fallen.

1.3.5.3 Nachfrage nach Schweizer Agrarprodukten

1.3.5.3.1 Demographische Entwicklung und Konsumtrends

Das Bevölkerungswachstum in der Schweiz schwächt sich weiter ab. Bis 2015 ist mit einer deutlich geringeren Zunahme als in den letzten 10 bis 15 Jahren zu rechnen. Nach 2015 dürfte die Bevölkerung stagnieren und anschliessend leicht zurückgehen. Gleichzeitig verändert sich die Bevölkerungsstruktur. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt, während der Anteil der unter 20-Jährigen kontinuierlich abnimmt. Im Jahr 2015 werden nach Schätzungen des BFS 40 Prozent der Bevölkerung über 50 Jahre alt sein. Mit der Alterung der Bevölkerung wird die Nachfrage nach Nahrungsmitteln pro Person zurückgehen.

Die Lebensgewohnheiten verändern sich ebenfalls. Einpersonenhaushalte, die in der Vergangenheit typischerweise aus Witwen oder Witwern bestanden, nehmen deutlich zu und erstrecken sich auf alle Altersgruppen. Deshalb besteht bei Lebensmitteln ein Trend zu kleinen Mengen und vorverpackten Produkten.

Es sind zwei sehr unterschiedliche Nachfragetrends festzustellen. Für den täglichen Gebrauch werden primär standardisierte Produkte zu Tiefstpreisen verlangt. Gleichzeitig fragen Konsumenten aus allen Bevölkerungsschichten in beschränktem Mass auch Qualitätsprodukte im höheren Preissegment nach. Ihr Marktanteil wird auch in Zukunft weniger als die Hälfte ausmachen. Generell werden in den höherpreisigen Qualitätssegmenten die inländischen landwirtschaftlichen Rohstoffe den importierten vorgezogen. Der Anteil der Importprodukte ist bei den günstigen Standardwaren meist höher als bei den Spezialitäten, die sich durch eine besondere Qualität auszeichnen. Wo der Selbstversorgungsgrad 50 Prozent oder weniger beträgt und eine grosse Qualitätsnachfrage herrscht, können die inländischen Agrarerzeugnisse auch mit geringem Zollschutz im Hochpreissegment positioniert werden, während die Nachfrage nach Standardprodukten hauptsächlich mit Importwaren gedeckt wird. Beispiele dafür sind Wein und Eier.

1.3.5.3.2 Exportpotenzial

Misst man den Schweizer Markt für Landwirtschaftsprodukte mit dem EU-Markt, der sich durch die Osterweiterung noch vergrössert hat, ist ersichtlich, dass bereits eine geringe Erhöhung des Marktanteils der Schweizer Produkte in der EU ein grosses Absatzpotenzial für die Landwirtschaft birgt.

Damit die Exportchancen, die sich aus der zunehmenden Öffnung der Nahrungsmittelmärkte zur EU ergeben, auch tatsächlich genutzt werden können, braucht es Produkte hervorragender Qualität mit klarem Profil. Bisher wurden beispielsweise die Zollkontingente für Früchte und Gemüse, die die EU der Schweiz im Rahmen der bilateralen Verträge gewährte, nicht ausgeschöpft. Die relativ kleinen Ange-