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Consultation 2005/43: Evolution future de la politique agricole (Politique agricole 2011) · 370 pages

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Allgemeiner Teil

Dieser Trend wurde 2004 aufgrund einer sehr grossen Getreideernte vorübergehend durchbrochen. Die reichliche Ernte kam zustande, weil in allen Weltgegenden optimale Witterungsbedingungen herrschten. Da dies nur ganz selten eintrifft und in Zukunft vermehrt mit suboptimalen Produktionsbedingungen gerechnet werden muss, ist die weitere Ausdehnung der Produktion begrenzt. Auf der anderen Seite wird die zunehmende Kaufkraft aufstrebender Länder wie China und Indien die Nachfrage nach Fleisch und damit nach Grobgetreide weiter fördern. Langfristig könnten durchschnittliche Ernten von 1,5 Milliarden Tonnen Getreide bei einer Nachfrage, die gegen 1,6 Milliarden Tonnen gehen wird, zu höheren Weltmarktpreisen im gesamten Nahrungsmittelbereich führen.

Handel

Im Gegensatz zum Reishandel, bei dem mit einer starken Expansion zu rechnen ist, dürfte der Welthandel mit Weizen und Grobgetreide nur unwesentlich zunehmen. Der Zuckerhandel dürfte erneut zulegen und Brasilien als weltweit grösster Zuckerexporteur seine Marktanteile weiter erhöhen. Der internationale Handel mit Milchprodukten wird nach wie vor nur einen sehr geringen Anteil an der globalen Milchproduktion stellen. Mit einem signifikanten Ausbau ist nicht zu rechnen.

Fazit

Gemäss den FAO-Prognosen dürfte der weltweite Anstieg der Nachfrage nach Nahrungsmitteln mit einer weiteren Produktionssteigerung vor allem in den Entwicklungsländern gedeckt werden. Vor allem die Produktion tierischer Nahrungsmittel wird wegen der wachsenden Kaufkraft in den Entwicklungs- und Schwellenländern anziehen. Trotzdem wird weiterhin eine grosse Zahl von Menschen Hunger leiden.

Erosion und Versalzung der Böden, regional ungünstige klimatische Bedingungen wie Trockenheit und Überschwemmungen sowie das insgesamt gestiegene Produktionsniveau erhöhen die Wahrscheinlichkeit für globale Produktionsschwankungen und damit verbundene Preisfluktuationen auf den Weltmärkten. Die Marge für eine weitere Ausdehnung der landwirtschaftlichen Produktion wird sich in Zukunft wesentlich verringern. Auch im Hinblick darauf ist die Erhaltung der landwirtschaftlichen Produktion in der Schweiz angezeigt.

1.3.5.2 Internationale Preisentwicklungen

Die folgenden internationalen Preisprognosen basieren auf Berichten der OECD58 und der EU-Kommission59. Mit umfangreichen Modellrechnungen wurden die Preisentwicklungen auf den landwirtschaftlichen Produktemärkten geschätzt.

Gemäss diesen Schätzungen werden sich die Getreidepreise nominal auf einem durchschnittlichen Niveau bewegen und kurzfristig leicht ansteigen, weil die Lagermengen in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind. Im Vergleich zu den Neunzigerjahren werden für Ölsaaten und Zucker in Zukunft nur geringe Preise zu erzielen sein. Da die Ölsaaten meist zur Speiseöl- und Futtermittelgewinnung verwendet werden, wird der Preisanstieg bei pflanzlichen Ölen und Fetten durch die

58 OECD (2004): Agricultural Outlook: 2004-2013. Die Modellberechnungen der OECD berücksichtigen die Ergebnisse der WTO-Verhandlungen (Doha-Runde) und mögliche Auswirkungen von noch nicht abgeschlossenen multilateralen und bilateralen Präferenzabkommen nicht.

59 European Commission (2003): Prospects for agricultural markets 2003-2010