Rapporto esplicativo

Consultazione 2008/50: Elenco delle analisi (Allegato 3 dell'Ordinanza del DFI sulle prestazioni dell'assicurazione obbligatoria delle cure medico-sanitarie) · 11 pagine

Fedlex · Rapporto esplicativo · Pagina 8Fedlex · Rapporto esplicativo

gleich musste folglich vergangenheitsorientiert vorgenommen werden. Daten zum Jahr 2007 lagen bis zu den Abschlussarbeiten an der Beta-Version nicht vor.

• Die Daten zum Jahr 2006 wurden von santésuisse zur Verfügung gestellt und beziehen sich auf den so genannten Tarifpool, der sich aus Daten von 16 Krankenversicherern zusammensetzt und über einen Repräsentationsgrad zwischen 35% (bei Privatlaboratorien), 50% (bei Spitallaboratorien) sowie 60% (bei Praxislabors) verfügt. Der Tarifpool, der im Jahr 2004 im Zuge der Einführung von TARMED eingerichtet wurde, wird von santésuisse als repräsentativ und für eine Hochrechnung auf die Grundgesamtheit als geeignet bezeichnet. Demgegenüber äusserten verschiedene Experten Bedenken. Insbesondere in sehr spezialisierten Bereichen der Analysenliste mit vergleichsweise geringen Mengen dürften Fehlerquellen in der Stichprobe zu vermuten sein. Lediglich auf Clusterebene kann folglich von Grössenordnungen ausgegangen werden.

• Da der bestehende und der geplante Tarif von den Modellen und Bewertungsgrundlagen her praktisch nichts mehr miteinander zu tun haben, ist ein Vergleich einzelner Positionen nur bedingt möglich. Beim geplanten Tarif muss beim Auftragslabor der Effekt der Auftrags-Taxe – bei gleichzeitigem Herausrechnen der Bearbeitungstaxe aus dem bestehenden Tarif – einbezogen werden. Fiktiv musste diese Bereinigung auf Ebene der Positionen aufgrund der speziell berechneten, clusterspezifischen Anzahl von Analysen pro Auftrag vorgenommen werden. Beim Praxislabor muss die zukünftige Verrechnung der Präsenz-Taxe berücksichtigt werden (Annahme von vier Analysen pro Arzt-Patienten-Kontakt mit Praxislabortätigkeit und damit einer Verrechenbarkeit der Präsenz-Taxe). Beim Spitallabor wird ein Teil der Analysen der Präsenzdiagnostik (mit Verrechnungsmöglichkeit der Präsenz-Taxe) und ein Teil dem Auftragslabor (mit Verrechnungsmöglichkeit der Auftrags-Taxe) zugerechnet (je 50%; keine Berücksichtigung clusterspezifischer Schwerpunkte des Spital-Auftragslabors). Insgesamt mussten folglich drei verschiedene Hochrechnungsmodelle aufgebaut und konsolidiert werden, welche die Realität von Versorgung und Abrechnung nur näherungsweise abbilden können.

• Die Beta-Version enthält keine als obsolet erachtete Positionen mehr, dafür eine Reihe geänderter und einige neue Positionen, zu denen es zuvor tarifarisch kein Gegenstück gegeben hat. Einige Positionen wurden zu Komplexen zusammengefasst, die meisten bestehenden Analyseblöcke aufgehoben und Limitationen z.T. geändert. Diese Diskrepanzen bei der Analysen- und Tarifstruktur führen dazu, dass z.T. keine Mengenannahmen getroffen und z.T. das Mengengerüst der bestehenden Positionen aus dem Jahr 2006 nicht 1:1 auf die geplanten Positionen übertragen werden konnte.

• Dadurch, dass die grosse Anzahl anonymer Positionen in der Hochrechnung unberücksichtigt bleiben musste, sind die davon nicht bzw. kaum betroffenen Cluster Corelab und Outer-Corelab in der Hochrechnung überrepräsentiert, während die hauptsächlich betroffenen Cluster Manuelle Verfahren, Molekularbiologie und Humangenetik unterrepräsentiert sind. Das Gesamtergebnis zu den Auswirkungen dürfte damit zu tief ausgewiesen sein.

• Das Abrechnungsverhalten nach Einführung des revidierten Tarifs am 1.1.2009 lässt sich naturgemäss mit keinem Verfahren korrekt abbilden.

Angesichts dieser Einschränkungen der Aussagekraft können die Auswirkungen der Tarifrevision nur grob und von der Tendenz her quantifiziert werden. Vor dem Hintergrund dieser Einschränkungen erscheint eine Reduktion des Gesamt-Kostenvolumens zwischen 20 und 25% auf Basis der Beta-Version nicht unrealistisch. Die Reduktion des Gesamt-Kostenvolumens resultiert im Wesentlichen aus der Herabsetzung des Tarifs in der stark automatisierten Routinediagnostik bei gleichzeitiger Wahl des Auftragslabors als Tarifgrundlage. Insbesondere in diesem Bereich haben sich die technologischen Bedingungen und der Automatisationsgrad der Labordiagnostik seit der letzten Tarifrevision entscheidend verändert. Dies zeigt auch ein Vergleich mit ausländischen Tarifen in Deutschland und Österreich, welche in jüngerer Zeit entwickelt wurden und diese technologischen Veränderungen berücksichtigen. Der revidierte Tarif bietet im Übrigen noch einen ausreichenden Abstand zu diesen ausländischen Tarifen, welche lediglich der Orientierung gedient haben, und würdigt die schweizerischen Rahmenbedingungen der Labordiagnostik ausreichend. Angesichts des hohen Kostenniveaus gegenüber dem Ausland wären Auswirkungen einer Tarifrevision, wie oben grob aufgezeigt, als moderat zu bezeichnen.