Vorlage
Vernehmlassung 2005/43: Weiterentwicklung der Agrarpolitik (Agrarpolitik 2011) · 370 Seiten
Fedlex · Vorlage · Seite 173Fedlex · Vorlage
Rahmenbedingungen für Produktion und Absatz (2. Titel LwG)
Saatgut von Mais und Futterpflanzen
Der Bund fördert im Rahmen von Leistungsvereinbarungen mit der beauftragten Organisation die Produktion von Mais- und Futterpflanzensaatgut, um eine angemessene Produktion sicherzustellen. Im Jahr 2004 wurden 0,9 Millionen Franken für Maissaatgut und 0,3 Millionen Franken für Futterpflanzensaatgut in Form von Anbaubeiträgen ausbezahlt.
2.1.4.1.2 Produktions- und Verwertungsstrukturen
Mit einer mittleren landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) der Betriebe mit Ackerbau von 21,5 Hektaren und einer mittleren offenen Ackerfläche von 9,4 Hektaren im Jahre 2003 weisen die inländischen Betriebe im Vergleich mit dem benachbarten Ausland kleine Produktionsstrukturen auf. Seit 1999 trieben die Betriebsleiter die Spezialisierung weiter voran; die Betriebszahl nahm um 15 Prozent, die offene Ackerfläche aber nur um 4 Prozent ab. Flächenmässig ist der Getreidebau vor den Ölsaaten, Zuckerrüben und Kartoffeln die bedeutendste Ackerkultur80.
Zucker
Im Jahre 2003 produzierten 6 900 Landwirte auf einer Fläche von 17 700 Hektaren Zuckerrüben. Aufgrund der relativ hohen Rentabilität werden die Produktionsrechte für Zuckerrüben von der Zuckerfabrik per Vertrag vergeben. Die Folge der Marktregulierung ist, dass der Strukturwandel in der Rübenproduktion verzögert ablief. Die Zahl Zuckerrüben produzierender Betriebe mit bis zu 10 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche nahm lediglich um 20 Prozent ab, währenddem in derselben Grössenklasse die Zahl der Betriebe mit offener Ackerfläche um 35 Prozent sank.
Die zur Zuckerfabrik (Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld AG) zusammengeschlossenen Werke Aarberg und Frauenfeld vermögen mit ihren Kapazitäten den Nettoverbrauch an Zucker in etwa abzudecken. Angesichts der fehlenden inländische Konkurrenz, der hohen Kapitalbindung und der notwendigen staatlichen Förderung hat die Zuckerfabrik dem Bund jährlich ihre Abrechnung zu unterbreiten und Einsicht in die Jahresrechnung zu gewähren.
Getreide
Mit der Liberalisierung des Brotgetreidemarktes sank die Getreideanbaufläche kontinuierlich und erreichte 2003 insgesamt 166 000 Hektaren. Trotz der Bestrebungen des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes gelang es bislang nicht im gewünschten Ausmass, die Anbaufläche von Brotgetreide zu Gunsten von Futterweizen, Gerste und Körnermais zu reduzieren. Die treibende Kraft für die Produktionspräferenz ist der bei vergleichbaren Produktionskosten deutlich höhere Markterlös für Brotgetreide.
Insgesamt verarbeiteten im Jahre 2004 rund 80 Mühlen Brotgetreide. Die Zahl der Betriebe gliedert sich nach jährlicher Mühlenkapazität wie folgt: weniger als 2 000 Tonnen 50 Betriebe, 2 000 bis 10 000 Tonnen 20 Betriebe, mehr als 10 000 Tonnen 10 Betriebe. Tendenziell ist die Zahl der Mühlen rückläufig, währenddem die vermahlene Getreidemenge mit rund 470 000 Tonnen in etwa konstant bleibt. Die mitt-
80 BLW (2004): Agrarbericht 2004, Anhang Tabelle 4