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Vernehmlassung 2005/43: Weiterentwicklung der Agrarpolitik (Agrarpolitik 2011) · 370 Seiten
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Rahmenbedingungen für Produktion und Absatz (2. Titel LwG)
2.1.4.2.4 Weiterentwicklung der Importregelungen für Getreide
In einer Studie der ETH Zürich83 wird empfohlen, mittelfristig die bestehenden Importregelungen von Getreide zu vereinheitlichen. Das Schwellenpreissystem, das den Inlandmarkt weitgehend von den Preisbewegungen auf dem Weltmarkt abschottet, ist nur bedingt WTO-konform. Mit der Einführung von Fixzöllen sollte es einzelnen Importeuren möglich sein, in der Beschaffung von Futterkomponenten gegenüber der Konkurrenz gewichtigere Preisvorteile zu erzielen. Der Wettbewerb in nachgelagerten Stufen kann mittels einer adäquaten Absenkung der Zollansätze im Bereich Futtermittel für Mischfutter und beim Brotgetreide durch eine Senkung des Zollansatzes für Mehl belebt werden. Ein weiterer Schritt in Richtung Vereinheitlichung des Getreidemarktes soll mit der Aufhebung der Mengenbeschränkung durch das Zollkontingent Brotgetreide erreicht werden. Ein günstiger Zeitpunkt für die Überführung der variablen Zollansätze in Fixzölle bietet sich grundsätzlich bei einer Zollsenkung an. Dies wäre z.B. im Zuge der vorgeschlagenen Senkung der Schwellenpreise per 1. Juli 2009 möglich. Die Entwicklungen der laufenden WTO-Runde sollen in die Umsetzung der skizzierten Reformschritte einfliessen.
Mit dem Wechsel vom Schwellenpreissystem mit periodischer Anpassung der Grenzbelastung zu Fixzöllen werden die Preisschwankungen vom Weltmarkt auf die inländischen Preise von Futtergetreide und Futtermittel übertragen. Aufgrund unterschiedlicher Marktordnungen in den Herkunftsländern verlaufen die Preisbewegungen von Energieträgern (Getreide) und Eiweissträgern (Sojaschrot) unterschiedlich. Prägender Markt für Getreide ist die EU, während die Eiweissträger zumeist von Übersee stammen und an den Börsen auch spekulativ gehandelt werden. Seit 2001 erforderte die Ausrichtung der Zollansätze auf die Schwellenpreise bei Getreide geringere Änderungen als jene von Eiweissträgern (Abbildung 43).
83 Jörin R. (2003): Der Marktzutritt für Brot- und Futtergetreide: Alternativen zu heutigen Importregelung, ETH Zürich