Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/2: Nationale Strategie „eHealth“ · 56 Seiten
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2 Definition und Rahmenbedingungen
2.1 Definition
Unter „eHealth“ oder „Elektronischen Gesundheitsdiensten“ versteht man Was ist „eHealth”? den integrierten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnolo-
gien (IKT) zur Gestaltung, Unterstützung und Vernetzung aller Prozesse
und Teilnehmer im Gesundheitswesen.
„eHealth” ist ein Anwendungskonzept zur Positionierung von IKT im Ge- Technik steht nicht im sundheitswesen; das technisch Machbare steht im Hintergrund. Ziel ist es Vordergrund
deshalb nicht, die heutigen Strukturen und Abläufe elektronisch abzubil-
den. Vielmehr müssen die bestehenden Prozesse verknüpft und verein-
facht werden – mit dem Ziel neue und bessere Prozesse zu etablieren.
Elektronische Gesundheitsdienste sollten zuerst bei den häufigsten Pro- Zuerst die häufigsten zessen ansetzen in den Bereichen: Administration, Information, Konsulta- Prozesse
tion, Diagnose, Verschreibung, Überweisung, Therapie, Überwachung,
Abrechnung.
Das Gesundheitssystem der Zukunft ist stärker als heute auf den gesund- Für den gesundheitsheitskompetenten Menschen ausgerichtet. „eHealth” ist deshalb nicht nur kompetenten ein Instrument zur Steigerung der Produktivität, sondern auch ein Instru- Menschen
ment zur Förderung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung bei der
Vorbeugung, Diagnose, Behandlung und Überwachung von Krankheiten.
Mögliche Instrumente dazu sind Gesundheitsportale, elektronische Ge-
sundheitsdatensätze, telemedizinische Leistungen oder tragbare Überwa-
chungssysteme.
2.2 Übergeordnete Ziele von „eHealth”
Die meisten nationalen Strategien und die Aktionspläne der internationa- Vier übergeordnete len Organisationen nennen die Verbesserung der Effizienz, der Qualität, Ziele
der Sicherheit sowie der wirtschaftlichen Stärkung als übergeordnete stra-
tegische Ziele von „eHealth”.
„eHealth” ermöglicht einen Mehrwert, weil das Gesundheitswesen durch Effizienz
die Koordination der Akteure und der Prozesse effizienter wird. Aus in-
dustrieller Sicht sind die IKT ein geeignetes Instrument in Branchen mit
hoher Informationsintensität und einem grossen Bedarf nach Koordination
und Prozessoptimierung. Ein Gesundheitssystem mit effizienten Prozes-
sen hat auch positive Auswirkungen auf die Gesundheitskosten.
Die Prozesse und Abläufe im komplexen System „Gesundheitswesen“ Qualität und Sicherheit sind aufgrund der föderalen und teilweise kleingewerblichen Strukturen
fragmentiert – und damit fehleranfällig. Durchgängige elektronische Pro-
zesse können mithelfen, die Fehler zu reduzieren und Leben zu retten. So
kann die Qualität der medizinischen Versorgung verbessert werden, wenn
behandlungsrelevante Informationen über eine Person zeitgerecht verfüg-
bar sind. Für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten ist dies von
grosser Bedeutung, da damit gravierende Zwischenfälle und Fehlbehand-
lungen mit oder ohne Todesfolge verhindert werden können. Aber auch