Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/2: Nationale Strategie „eHealth“ · 56 Seiten

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die Gesundheitsbehörden, Kostenträger oder andere Verantwortliche

verfügen mit den IKT über Steuerungsinstrumente für die Gesundheits-

prozesse, welche entscheidend zur Verbesserung der medizinischen und

administrativen Abläufe beitragen können.

Der systematische Auf- und Ausbau von „eHealth” lässt einen neuen Stärkung der

Dienstleistungssektor entstehen, der nicht nur zur Optimierung des Ge- Wirtschaft

sundheitswesens beiträgt. „eHealth” wird zu einem Wirtschaftsfaktor, in-

dem die Lebens- und Standortqualität verbessert wird. Zudem eröffnen

sich Exportmöglichkeiten, welche wiederum zum Standortvorteil und Wirt-

schaftswachstum der Schweiz beitragen können.

2.3 Rahmenbedingungen und Herausforderungen

Die staatlichen Kompetenzen und finanziellen Zuständigkeiten sind im Föderales System mit Gesundheitswesen verteilt auf… starker liberaler Aus-

¾ … den Bund (z.B. Sozialversicherungen, Schutz der Gesundheit, prägung

Prävention);

¾ … 26 Kantone (z.B. Versorgungsplanung, kantonale Spitäler und

Kliniken, Mitfinanzierung, Tarifgenehmigung, Prävention);

¾ … knapp 3000 Gemeinden (z.B. Spitex, Heime, schulmedizini-

sche Dienste).

Dabei bilden die staatlichen Vorgaben häufig nur einen Rahmen, in dem

Leistungserbringer, Versicherer und andere private Anbieter einen gros-

sen Handlungsspielraum haben. Diese strukturelle Zersplitterung erhöht

die Komplexität bei der Einführung von elektronischen Diensten.

Die Gesundheitsversorgung ist ausgeprägt dezentral und zum Teil klein- Organisatorische und gewerblich organisiert. Die Informationen über die Patientinnen und Pati- kulturelle Hürden enten sind verstreut und werden meistens nur bei Überweisungen ganz

oder teilweise an andere Leistungserbringer weitergegeben. Für eine effi-

ziente und qualitativ hochstehende Versorgung muss aber im Interesse

der Patientinnen und Patienten jedem behandelnden Leistungserbringer

der Zugang zu relevanten Teilen von Krankengeschichten, Testresultaten

und weiteren Informationen möglich sein. Vernetzte elektronische Ge-

sundheitsdienste bedingen deshalb eine neue Form der Zusammenarbeit

und einen Kulturwandel im Gesundheitswesen.

Das sozial finanzierte Gesundheitswesen gemäss Krankenversicherungs- Ungünstige finanzielle gesetz (KVG) basiert mehrheitlich auf der Vergütung von Pauschalen oder Anreize

Einzelleistungen. Nur in Ausnahmefällen haben Leistungserbringer einen

finanziellen Anreiz, unnötige oder wiederholte Untersuchungen durch eine

Koordination der Versorgung oder den Austausch von Informationen zu

vermeiden (z.B. „Capitation“-Vergütung in „Managed Care“-Modellen,

Fallpauschalen in der stationären Versorgung). Zudem kommt es bei den

elektronischen Gesundheitsdiensten häufig vor, dass die Effizienzsteige-

rung und Kosteneinsparung nicht bei demjenigen Akteur anfallen, der die

Investition getätigt hat.

Einen maximalen Nutzen erreicht die IKT dort, wo ein Prozess häufig und Komplexe Prozesse über verschiedene Stellen hinweg ausgeführt wird. Das Gesundheitswe- mit vielen Schnittstellen sen ist gekennzeichnet durch eine hohe Dichte an Daten mit einer schwer

zu bewältigenden Informationskomplexität. In jedem Behandlungsfall, der