Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/2: Nationale Strategie „eHealth“ · 56 Seiten
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Seite 28
6 Handlungsfeld „Online-Informationen und Online- Dienste“
6.1 Einleitung
Das Internet als Plattform ermöglicht Informationsflüsse, die nicht mehr an Das Internet sprengt nationale Grenzen gebunden sind. Dies ermöglicht es den Bürgerinnen die nationalen Grenzen und Bürgern, aber auch den Fachpersonen im Gesundheitsbereich, In-
formationen und Dienstleistungen über staatliche Grenzen hinweg zu
beziehen oder anzubieten. Die nationale und internationale Rechtspre-
chung steht damit vor neuen Herausforderungen. Da die Qualität nicht
garantiert ist, braucht es neue Lösungen zu deren Sicherung.
Der Staat hat ein aktives Interesse an der Verbreitung laienverständlicher Gesundheitsinfos Informationen und Ratschlägen zu seinem Angebot und zu den Auswir- haben grundlegende kungen seines Handelns. Er hat einen gesetzlichen Auftrag, über akute Bedeutung
Gesundheitsrisiken zu informieren (z.B. jahreszeitlich bedingte Krankhei-
ten). Informationen zu Gesundheitsfragen gehören zu den meistgenutzten
Informationen im Internet. Die Informationsflut im Gesundheitsbereich
konfrontiert jedoch sehr viele Patientinnen und Patienten sowie deren
Angehörige mit Problemen der Selektion und der Vertrauenswürdigkeit.
Die Expertenmeinung ist klar: Es gibt zu viele Informationen im Internet,
die ungenügend aufbereitet und strukturiert sind und deren Qualität nicht
gesichert ist.
Das Handlungsfeld „Online-Informationen und Online-Dienste“ umfasst Informationen sollten einen im Wachstum begriffenen Bereich, der sich am Schnittpunkt von ausgewogen, korrekt medizinischen Informationen, öffentlicher Gesundheit und eGovernment und verlässlich sein befindet. Eine viel diskutierte Frage ist diejenige der Qualitätssicherung
von Online-Informationen und -Dienstleistungen im Gesundheitsbereich.
Die Diskussionen in der EU zeigen, dass der Zugang zu ausgewogenen,
korrekten und verlässlichen Informationen von zentraler Bedeutung ist,
wenn man die Bevölkerung beim Erlangen von mehr Kompetenz und
Selbstbestimmung unterstützen will.
Die Strategien und die davon abgeleitete Informationspolitik der Gesund- Der kompetente heitsbehörden in der Schweiz (Bund, Kantone und Gemeinden) verfolgen Mensch im Zentrum zum Teil heute schon das übergeordnete Ziel, die individuelle Gesund-
heitskompetenz zu stärken. Denn präventive Informationen und Kampag-
nen entfalten ihre Wirkung nur dann, wenn sie verstanden und umgesetzt
werden können. Das Handlungsfeld beinhaltet die folgenden Bereiche der
Gesundheitspolitik:
¾ Gesundheitskompetenz und Gesundheitsförderung;
¾ Prävention (Krankheiten und Grossereignisse);
¾ Strukturelle und medizinische Grundversorgung.
Fehlende Gesundheitskompetenz erhöht die Kosten des Gesundheitswe- Geringe Gesundheitssens, weil die Menschen sich weniger gesundheitsförderlich und präventiv kompetenz mit verhalten und die Behandlungen weniger zielgerichtet durchgeführt wer- Kostenfolgen
den können. Geht man von Schätzungen aus den USA aus und passt sie
auf die Schweiz an, so dürften rund drei Prozent der Gesundheitskosten
auf zu geringe Gesundheitskompetenz zurückzuführen sein. Dies ent-