Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/2: Nationale Strategie „eHealth“ · 56 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 25Fedlex · Erläuternder Bericht

Seite 24

5 Handlungsfeld „Elektronisches Patientendossier“

5.1 Einleitung

Die Berichte über Befunde, Diagnosen oder Therapien von Patientinnen Verstreute Akten in und Patienten werden beim Leistungserbringer fallbezogen als Kranken- unterschiedlicher Form geschichte abgelegt. Relevante Informationen liegen in unterschiedlichster

Form vor (z.B. elektronische und papierbasierte Dokumente, Röntgenfilme

oder Videosequenzen). Dabei variieren die Struktur und Informationstiefe

erheblich. Es ist daher bislang der Regelfall, dass niemand – weder Pati-

ent noch einer der Leistungserbringer – einen angemessenen Überblick

über verstreute Dokumentationsteile besitzt. Aufzeichnungen und Unterla-

gen sind deshalb oft nicht dort, wo sie gebraucht würden. Dies kann dazu

führen, dass diagnostische Erkenntnisse nicht vorliegen, therapeutische

Entscheidungen zu spät getroffen werden oder auf fehlenden und unzu-

treffenden Informationen beruhen.

Wenn es durch die Einführung eines einrichtungsübergreifenden, umfas- Patientenunterlagen senden – und konsolidierten – Patientendossiers gelingen würde, den sollten immer

medizinischen Leistungserbringern die relevanten Informationen über verfügbar sein frühere Erkrankungen, abgeschlossene und laufende Therapien sowie

eine aktuelle Problemliste verlässlich verfügbar zu machen, könnten Di-

agnosen sicherer, schneller und wirtschaftlicher gestellt und therapeuti-

sche Massnahmen zeitnah eingeleitet werden.

Deshalb wird das lebenslange elektronische Patientendossier als wesent- Schrittweise zum licher Bestandteil zur Umsetzung der Vision und zum Erreichen der über- elektronischen Dossier geordneten Ziele Effizienz, Qualität und Sicherheit postuliert. Alle Baustei-

ne, welche zur Verwirklichung dieses Ziels beitragen, wurden als eigene

Ziele, beziehungsweise Meilensteine definiert.

Das Ziel einer einrichtungsübergreifenden Behandlungsdokumentation Nicht der erste Anlauf wurde in den Jahren 1998 bis 2003 im Projekt "Patientendossier 2003“ im

Rahmen des Programms UNIT der Universitätsspitäler der Schweiz ver-

folgt. Die Vereinheitlichung der Schweizer Klinikinformationssysteme zu

einem gemeinsamen nationalen, computerbasierten Patientendossier –

respektive die Definition der dafür notwendigen Standards – scheiterte an

Partikularinteressen und dem fehlenden Konsens zwischen den beteilig-

ten Universitätsspitälern.

Die EU verfolgt als prioritäres Ziel das „Patient Record Summary“ – auch Andere Wege bleiben „Continuity of Care Record“ genannt. Ähnlich einem „Schnappschuss“ auf offen

den aktuellen Gesundheitszustand einer Patientin oder eines Patienten

wird durch den letztbehandelnden Leistungserbringer ein Auszug der mi-

nimal relevanten Gesundheitsdaten aus der jeweiligen Krankengeschichte

in einem Dokument zusammengefasst und für den Fall einer späteren

Behandlung bereitgestellt. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Strate-

gie muss abgeklärt werden, inwiefern dieser pragmatische Zwischenschritt

auf dem Weg zum lebenslangen elektronischen Patientendossier gewählt

werden soll.