Bericht und Vorlage

Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten

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Bisherige Entwicklung der Agrarpolitik

Abbildung 5

Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion 2000/02-2008

25 000

24 000

23 000

22 000

21 000 Inlandproduktion brutto

20 000 Inlandproduktion netto

19 000

18 000

Quelle: SBV

Der Verbrauch von Nahrungsmitteln hat im gleichen Zeitraum, insbesondere aufgrund der wachsenden Bevölkerung, um 5,5 Prozent zugenommen. Der Bruttoselbstversorgungsgrad ist deshalb von 62 auf 61 Prozent gesunken. Der Nettoselbstversorgungsgrad liegt aktuell bei 54 Prozent. Der krisenrelevante Selbstversorgungsgrad45 beträgt gegenwärtig gut 90 Prozent.

Die offene Ackerfläche ist zwischen 2000/02 und 2009 von 290‘500 auf 275‘400 Hektaren gesunken (-5,2 %). Rund zwei Drittel der nicht mehr ackerbaulich genutzten Flächen werden heute als Kunstwiesen bewirtschaftet, ein Drittel fiel der Siedlungsausdehnung zum Opfer. In den letzten Jahren hat sich der Rückgang der offenen Ackerfläche leicht beschleunigt, was insbesondere auf den starken Rückgang der Futtergetreideproduktion zurückzuführen ist (-19 %). Das ist mit ein Grund, weshalb in der Rindviehhaltung und der Veredlung immer mehr importierte Kraftfuttermittel eingesetzt werden. Diese Entwicklung ist aus der Optik der Versorgungssicherheit negativ zu bewerten.

Bezüglich Vielfalt der Ackerkulturen kann festgehalten werden, dass diese im Moment gesichert ist. Die Ölsaaten- und Zuckerrübenfläche hat seit 2000/02 um 33 bzw. 13 Prozent zugenommen. Bei der Kartoffelfläche ist ein Rückgang von 19 Prozent zu verzeichnen. Das ist darauf zurückzuführen, dass der Anteil verfütterter Kartoffeln mit der Aufhebung der Verwertungsbeiträge zurückgegangen ist. Die produzierten Mengen vermögen den Bedarf für die menschliche Ernährung nach wie vor zu rund 90 Prozent zu decken. Am kritischsten ist die Entwicklung bei den

45 Der krisenrelevante Selbstversorgungsgrad berücksichtigt, dass der mittlere Nahrungsmittelverbrauch mit derzeit zirka 3 300 Kilokalorien pro Person und Tag deutlich über dem notwendigen Nahrungsmittelenergiebedarf von 2 500 Kilokalorien liegt und dass sich die Futtergetreidefläche auch zur direkten menschlichen Ernährung nutzen lässt.