Bericht und Vorlage

Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten

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Bisherige Entwicklung der Agrarpolitik

kator für den Zustand der Biodiversität. Bei den entsprechenden Leitarten ist in den letzten 20 Jahren eine konstante Entwicklung festzustellen. Die Bestände der Zielarten haben in den neunziger Jahren abgenommen. Betrachtet man den Zeitraum seit der Jahrtausendwende, so ist kein Trend ersichtlich48.

Abbildung 6

Entwicklung der ökologischen Ausgleichsflächen (öAF) sowie der Vernetzung und der Qualität

140 35%

120 30%

100 25%

Berggebiet 80 20%

Talgebiet 60 15%

40 10% Flächen mit Vernetzung 20 5% Flächen mit Qualität 0 0%

Quelle: BLW

Die Landwirtschaft produziert heute umweltfreundlicher als Anfang der neunziger Jahre. Die Stoffeinträge in die Umwelt und die Belastung von Wasser und Luft haben abgenommen. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Einführung des ÖLN als Voraussetzung für die Ausrichtung von Direktzahlungen. Gegenüber den neunziger Jahren haben sich die Fortschritte im neuen Jahrtausend verlangsamt. Im Zeithorizont 2000/02 bis 2006/08 sind die Stickstoff-Überschüsse um 3‘200 Tonnen (-3 %) und die Phosphor-Überschüsse um rund 600 Tonnen (-8 %) gesunken. Die Verluste sind insbesondere beim Stickstoff aber auch beim Phosphor immer noch zu hoch. So liegen die Konzentrationen von Nitrat und Phosphor aber auch von Pflanzenschutzmitteln in verschiedenen Gewässern über den angestrebten Werten. Bezüglich Luftqualität sind vor allem die Ammoniakemissionen relevant. Diese haben nach einem deutlichen Rückgang hauptsächlich aufgrund abnehmender Milchviehbestände seit 2004 wieder leicht zugenommen und liegen fast zwei Mal höher als sie sein dürften, damit sensible Ökosysteme wie Wälder oder Moore nicht geschädigt werden. Abbildung 7 zeigt die Entwicklung bei den wichtigsten stofflichen Grössen und setzt sie in Relation zu den agrarökologischen Etappenzielen der AP 2011. Das Ziel bei den Stickstoffüberschüssen ist nur langfristig erreichbar. Obwohl die Ammoniakemissionen zwischen 2004 und 2007 wieder leicht angestiegen sind, ist zu erwar-

48 Birrer S., Jenny M. und Zbinden N. (2010): Bestandsentwicklung der einheimischen Brutvögel im Landwirtschaftsgebiet 1990–2009, Agrarforschung Schweiz 2 (2), 66-71.