Bericht und Vorlage

Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten

Fedlex · Vorlage · Seite 41Fedlex · Vorlage

Bisherige Entwicklung der Agrarpolitik

Tabelle 4

Agrarökologische Ziele der Agrarpolitik 2011

Zielgrösse Einheit/Indikator Basis SOLL IST

Stickstoff-Bilanz 1994: 2015: 2006/08: Reduktion der Stickstoffüber- t N-Überschuss1124 600 95 900 113 300 schüsse (-23 %) (-9,0 %)

Ammoniak-Emissionen 1990: 2009: 2007: Reduktion der Ammoniak- t N in NH3- 56 800 43 700 49 000 Emissionen Emissionen (-23 %) (-14 %)

Phosphor-Bilanz 1990/92: 2009: 2006/08: Reduktion der Phosphorüber- t P-Überschuss119 900 5 000 6 600 schüsse (-75 %) (-57 %)

Biodiversität 1993: 2009: 2009: Ökologische Ausgleichs- ha öAF 5 700 65 000 58 800 flächen im Talgebiet

1nach OSPAR-Methode

Quellen: ART, BAFU, SHL und BLW

1.2.2.2.3 Kulturlandschaft

Durch die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen wird dem Waldeinwuchs entgegengewirkt und so die Kulturlandschaft offen gehalten. Die Arealstatistik zeigt, dass in den tieferen Lagen der Waldeinwuchs kaum eine Rolle spielt. Der Rückgang der LN ist hier vor allem auf die Ausdehnung des Siedlungsgebiets und den Ausbau der Infrastrukturen zurückzuführen. In den oberen Bergzonen und vor allem im Sömmerungsgebiet findet jedoch ein namhafter Waldeinwuchs statt. So betrug der Rückgang der alpwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen 1979/85 und 1992/97 rund 18 000 Hektaren (-3,2 %). In den Gemeinden, für die die neue Erhebung der Arealstatistik (2004/09) bereits vorliegt, hat der Waldeinwuchs gegenüber der Vorperiode zwar abgenommen. In diesen Gemeinden befinden sich jedoch weniger als 40 Prozent der alpwirtschaftlich genutzten Flächen, so dass sich daraus keine Schlüsse ziehen lassen. Insbesondere die Daten für die Kantone Graubünden, Wallis und Tessin liegen noch nicht vor, in denen mehr als zwei Drittel des Waldeinwuchses der Periode 1979/85 bis 1992/97 auf Alpwirtschaftsflächen stattgefunden haben. Gemäss der im März 2010 publizierten Ergebnisse der dritten Erhebung des Schweizerischen Landesforstinventars hat sich die Ausdehnung der Waldfläche zwischen 1993/95 und 2004/06 gegenüber der Vorperiode beschleunigt. 88 Prozent der Waldausdehnung wurden in den Regionen Alpen und Alpensüdseite festgestellt. Der Waldeinwuchs ist auch für die Biodiversität nachteilig, da viele eingewachsene Flächen aufgrund ihrer traditionell extensiven Bewirtschaftung über eine hohe Artenvielfalt verfügten.